Die Regeln Des Spiels (01/10)

Die Regeln Des SpielsDer Film handelt von mehreren Parties und den dazwischen liegenden Zeiträumen. Außerdem natürlich von den Party-Gästen, die an einer amerikanischen Universität studieren oder so tun, als würden sie studieren. Denn im Mittelpunkt stehen ja die Parties. Es wird von Beginn des Films bis zum letzten Ende (man erhofft sich ein früheres Ende) getrunken, gelallt, gekokst, gefickt, gekotzt, beim Ficken gekotzt, wieder getrunken, sich umgebracht, sich unsterblich verliebt, was nach der Nicht-Erwiderung der Liebe doch wieder zum Sterben durch Selbstmord führt, und wieder von vorne. Man versucht, die nichtssagende Handlung – wenn man es überhaupt Handlung nennen darf – durch interessante Kamerafahrten, wie zum Beispiel den Rückspul-Effekt zu Anfang oder das parallele Laufen zweier Handlungsstränge, die sich dann in einem vereinen, zu überspielen, was jedoch auch nicht gelingt, weil sie mies eingesetzt werden und immer total überflüssig sind.

Die einzige Stelle im Film, die mich ein bisschen amüsiert hat, ist der Speed-Rückblick oder wohl eher Rückblick auf Speed auf die Europareise einer sehr spät eingeführten Nebenrolle. Da auf dieser Reise aber auch die ganze Zeit nur getrunken, gekotzt und gefickt wird, gibt es da eigentlich auch keinen richtigen Pluspunkt zu verbuchen. Alles in allem ein überaus schlechtes Stück Hollywood, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe. Ein einzig gutes hat es: Er hat mich motiviert, wieder mal was über einen Film zu schreiben. Prädikat: Mülltonne – oder besser: Kotzeimer.

Erstellt am 23. Januar 2011 um 14:14 Uhr.

Zweieinhalb Wochen in Kolumbien

Isla BarúLeider haben wir uns nicht mehr Zeit für dieses tolle Land genommen, das ganz weit oben auf der Liste meiner Lieblingsländer steht. Tropische Strände, dichter Urwald, hohes Gebirge und das netteste Volk, das ich je kennen lernen durfte, machen Kolumbien zu einem Highlight Südamerikas. Meine Reise, auf der mich Anika und Solène, zwei Mitbewohnerinnen aus Lima, begleitet haben, führte mich von der wuseligen Hauptstadt Bogotá über wunderschöne koloniale Dörfchen und ein paar Abenteuer nach Cartagena an die Karibik-Küste, um dort Sonne zu tanken, bis hin nach Medellín, die Welthauptstadt des Drogenumschlags, von wo aus es dann wieder per Flugzeug Richtung Ecuador ging. Hier die dazu gehörigen Photos:

Danke an Anika & Solène für einige der Photos.

Erstellt am 15. Januar 2011 um 16:15 Uhr.

It left me enchanted

Flowers are nice, flowers are pretty,
So I took a ride away from the city.
Stories I’d heard of mystery and magic,
Traveling caravans left me enchanted.

With rivers of sun glow just beyond the plateau,
I followed them down to the well;
There are your wishes there are your dreams,
In shimmering fields of gold!

A mystical mistress in the forest of night,
Knew that I’d come from city lights.
Shimmering fields but of course my dear:
Shimmering fields of gold.

Many have followed the footsteps you’re on,
Good to know I’m not alone!

Shimmering, straight ahead I see,
Shimmering fields of gold.
All you could wish for and all you could dream:
Shimmering fields of gold!

Erstellt am 27. November 2010 um 22:53 Uhr.

Augen auf, schaut euch das an!

Ein Herzschlag nur für mich
Und die, die bei mir sind.
Augen auf, schaut euch das an!
Wer dafür keine Tränen hat wird morgen blind.
Wenn ihr das nicht liebt, was dann?
Jeder liebe das so viel er kann.

Ein Blitzschlag nur für mich
Und die, die bei mir sind.
Wer jetzt zweifelt sieht nicht klar!
Ganz egal wie viel davon die Zeit sich nimmt,
Wer jetzt blinzelt war nicht da.

Vielleicht ist es wirklich nur ein Jahr…
Aber ich will niemals fragen wo ich war!
Wo war ich als das wahr war?

Ich will da sein,
Wenn die Zeit gefriert!
Ich will da sein,
Wenn sie explodiert,
Und wenn sich dabei
Mein Verstand verliert!
Ich will da sein,
Wenn es passiert!

Ein Herz, ein Schlag, ein Blitz
Für die, die einsam sind.
Augen auf schaut euch das an!
Wollt ihr wirklich zählen wie die Zeit verrinnt?
Wenn die Welt auch so was kann.

Vielleicht ist es wirklich nur ein Jahr…
Aber ich will niemals fragen wo ich war!
Wo war ich als das wahr war?

Ich will da sein,
Wenn die Zeit gefriert!
Ich will da sein,
Wenn sie explodiert,
Und wenn sich dabei
Mein Verstand verliert!
Ich will da sein,
Wenn es passiert!

Erstellt am 24. Oktober 2010 um 18:30 Uhr.

Now I must say good bye

Oh, the leaves are falling from the trees,
And the snow is coming, don’t you know?
But I’ll still remember which way to go!
I’m on the road, the road to home…

Oh, the sound is fading in my ears,
And I can’t believe I’ve lasted all these years,
But I’ll still remember which way to go!
I’m on the road, the road to home…

Oh, the light is fading all the time
And this life I’m in it seems to pass me by,
But I’ll still remember which way to go!
I’m on the road, the road to home…

Now I must say good bye,
Keep telling myself “No, don’t you cry!”,
But I’m here where I belong!
I’ll see you soon, it won’t be long!

Erstellt am 26. September 2010 um 09:19 Uhr.

Ruinen-Tour durch Nord-Peru

ChiclayoChiclayo (21.-22. August): Erster Ort unserer kleinen Tour durch die praekolumbianische Geschichte des Landes war Chiclayo. Einerseits haben wir uns den so genannten Stolz von Nord-Peru angeschaut, ein hypermodernes Museum ueber das 1987 entdeckte Grab des Herren von Sipán, einer Pyramiden-aehnlichen Grabanlage in der Naehe der Stadt. Man fand dort eine Riesenanzahl von Artefakten, angefangen bei tausenden von Keramik-und Tongefaessen, riesigen Halsketten, Kronen, Ohrringen und anderen Schmuckstuecken, bis hin zu den Mumien der maechtigsten Leute des damaligen Volkes der Moche-Kultur und Resten von Hunden, Lamas und anderen Tieren. Aus diesen Funden konnte man sich sehr viel ueber das Leben in dieser Gesellschaft  schliessen, welche Goetter sie angebeten haben, wie sie ihren Zeremonien gehalten haben und wie sie ihre Fruechte angebaut haben, um zu ueberleben. Photos durfte man dort keine machen, deswegen hier nur der versteckte aber bunte Eingang unseres billigen Hostels mit ebenso bunter Anika.

TúcumeAusserdem waren wir in Túcume, einer Anlage mit 26 Pyramiden, die aber von Erosion geplagt sind und kaum als solche auszumachen sind, da sie auch noch nicht gut ausgegraben wurden und die archaeologischen Arbeiten noch in vollem Gange sind. Dennoch war die Aussicht vom Berg in der Mitte der Ruinenstaette ziemlich gut, man konnte sich ein Bild davon machen, wie beeindruckend das frueher einmal sein musste.

KuélapChachapoyas (23.-24. August): In der Naehe dieser kleinen Stadt im andinen Dschungel steht die angeblich zweitschoenste und eine der am wenigsten besuchten Ruinen des Landes: Kuélap. Diese stammt aber wiederum nicht von den Inkas, sondern von den Chachapoyas (Name identisch mit dem der Regions-Hauptstadt), den so genannten “Nebelmenschen”, was sich auf die Lage der Festung innerhalb eines oft bewoelkten Nebelwaldes bezieht. Nach der Nacht-Busfahrt ging es dann also direkt weiter mit einer dreistuendigen Fahrt zu dieser versteckten Sehenswuerdigkeit. Der erste Eindruck war echt: “Wow, riesige Mauer!”, innen war es aber dann nicht mehr ganz so immens, wie man es sich vorgestellt hat. Aber trotzdem war es krass zu sehen, was Menschen in damaligen Zeiten mit ihrer Koerperkraft und den wenigen Hilfsmitteln, die sie hatten, geschafft haben und vor allem wie sie sich an die klimatischen Verhaeltnisse angepasst haben. Geschichtlich wurden die Chachapoyas uebrigens von den Inkas unterworfen, die dann aber wiederum von den Spaniern angegriffen wurden, auf deren Seite sich dann die Nebelmenschen gestellt haben. Der Feind meines Feindes ist mein Freund, sozusagen.

GoctaNeben all den Ruinen hatten wir zum Glueck auch die Moeglichkeit, etwas wandern zu gehen und Natur zu sehen: Wir machten uns auf die zweistuendige Auf-und-Ab-Wanderung zum dritthoechsten Wasserfall der Welt, mit insgesamt 771 Metern nur kleiner als die Santo Ángel-Faelle in Venezuela und die Tugela-Faelle in Suedafrika. Momentan ist aber Trockenzeit, weswegen der Wasserfall nicht sehr viel Wasservolumen besitzt und unten schon fast kein Wasser sondern eher Wasserdampf ankommt, was aber den gigantischen Eindruck kaum truebt. Zur Regenzeit kann man auch anscheinend nicht zur Lagune am Fusse des Falls wandern, da die Kraft dahinter viel zu immens ist und man dort auf Grund des Fehlens von Luft kaum atmen koennte.

Chan ChanTrujillo (25.-26. August): In der Naehe von Trujillo findet man etliche Staetten, die die praekolumbianischen Voelker hinterlassen haben. Am bekanntesten ist die Stadt Chan Chan der Chimú-Kultur, die als groesste erhaltene praekolumbianische Stadt und ueberhaupt groesste Lehmstadt der Welt gilt. Bis auf Mauern, Graeber, enge Gaenge und die Grundrisse ist aber davon wegen des Wetter-Phaenomens El Niño, das in Perú alle Jahre mal mit heftigen und Ruinen zerstoerenden Regenfaellen zuschlaegt, nicht mehr uebrig. Dennoch sehr eindrucksvoll ist die Groesse der Anlage, in der frueher zigtausende von Menschen gewohnt haben muessen.

TrujilloDie Stadt an sich ist die viertgroesste des Landes und an mancher Stelle erinnert es mich schon sehr an das Zentrum Limas. Es ist natuerlich lange nicht so gross und wuselig, aber die Plaza de Armas ist aehnlich, das Wetter kommt mir sehr bekannt vor und die Leute werden je weiter man in den Sueden kommt auch wieder unfreundlicher. Das gute aber ist, dass es wieder ein Abendprogramm gibt, wir waren beispielsweise in einem grossen Centro Comercial shoppen und haben uns dort einen Film angeschaut, wie wir es eigentlich schon genauso in Chiclayo gemacht haben, aber man musste sich mal nicht mit einem Buechlein (ich lese uebrigens gerade Paulo Coelhos “La Quinta Montaña” auf spanisch) oder frueh ins Bett gehen begnuegen oder wie der Lonely Planet in Chachapoyas die einzige moegliche abendliche Beschaeftigung vorgeschlagen hat, naemlich ein Rundgang um den Hauptplatz.

Das war uebrigens der letzte Beitrag aus dem Norden von Lima. Morgen geht’s zurueck in die verrueckte Hauptstadt, um dort mein Uebergepaeck loszuwerden und neues aufzunehmen (namens Andrea), mit der ich dann am Sonntag nach Cusco fliege, um die Ruinen-Tour erstmal auf ihren Hoehepunkt zu treiben. Ich freu mich auf dich!

Erstellt am 26. August 2010 um 11:56 Uhr.

Ueber die dubioseste Grenze Suedamerikas

CuencaCuenca (14.-16. August): Das ist die angeblich charmanteste Stadt des Landes, aber auf jeden Fall die langweiligste. Gut, wir waren dort an einem Sonntag (an welchen kaum ein Restaurant der Stadt geoeffnet hatte und wir ohne den Service im Hostel fast verhungert waeren) und an einem Montag. Aber selbst an diesem hatten wir nicht viel zu tun, man muesste irgendwelche Ausfluege in die Umgebung machen, um sich irgendwie selbst zu unterhalten. Das spannendste, das uns passiert ist, war an dem Samstag Abend, an dem wir angekommen sind: Wir haben erstmal in der Dunkelheit in etwas Angst machenden Gegenden ein Hostel gesucht, bevor uns eine Familie in einem gut abgeschlossenen Jeep davon ueberzeugt hat, das wegen Dieben und Gewalttaetern lieber nicht zu tun, vor allem nicht mit unseren ganzen Wertsachen. Deswegen haben sie uns kurzerhand einsteigen lassen und uns in ein sichereres Gebiet gefahren. Am Sonntag haben wir auf Grund des fehlenden Angebots Stunden in einem Internet-Café verbracht und am Montag sind wir zumindest auf einen Huegel in ultimativer Umgebung der Stadt gefahren, um sie uns von oben anzusehen, was aber auch nicht allzu spektakulaer war. Wegen Unterhaltungsmangel haben wir uns kurzerhand entschieden, den naechsten Tag dazu zu widmen, ueber die Grenze wieder nach Peru zu kommen.

Huanquillas / Aguas Verdes (17. August): Heute haben wir den Tag im Bus verbracht. Erst ging es von Cuenca nach Machala, dann nach Huaquillas an der ecuadorianischen Grenze, um von dort aus innerhalb von einer Stunde die Grenze zu ueberqueren und nach Aguas Verdes fuenf Kilometer weiter (aber auf der peruanischen Seite) zu kommen. Danach ging es mit dem Colectivo-Bus nach Tumbes, um hinterher schliesslich nach einstuendiger Wartezeit nach Máncora, unserem Ziel, zu gelangen. Alles zusammen hat mehr als zwoelf Stunden gedauert und viele Nerven gekostet, da man an der Grenze staendig angelabert wird, Geld zu tauschen, ein ueberteuertes Taxi zu nehmen, oder aehnliches, nur damit die Abzocker an auslaendische Kohle kommen. Wir haben uns aber nicht abziehen lassen, da wir sowas ja inzwischen gewohnt sind – im Gegensatz zu zwei Franzosen, die wir getroffen haben, die statt drei Soles fuer den Bus zwischen der Grenze und Tumbes 15 Dollar fuer ein Taxi berappen mussten, was ungefaehr 15 Mal soviel ist. Aus diesen Gruenden gilt der Grenzuebergang wie in der Ueberschrift erwaehnt als schlimmster des Kontinents…

MáncoraMáncora (18.-20. August): Die kleine Stadt am Pazifik gilt als das Strand- und Surfer-Paradies Perus. Da das Land nichts besseres am Meer hat, ist das sehr verstaendlich. So schlimm, wie sich das jetzt anhoert, ist es natuerlich nicht. Das Hostel, in dem wir abgestiegen sind, war ziemlich neu, hatte tolle Matratzen, das Fruehstueck war incluido und es war billig. Der Pool jedoch war aus unerfindlichen Gruenden am zweiten Tag gruen. Und das Essen und die Getraenke an der hauseigenen Bar waren der Hammer, also gibt es eigentlich nichts zu motzen. Der Strand ist lang, belebt aber nicht gefuellt, braun aber nicht weiss, die Wellen sind toll aber alles insgesamt ein bisschen dreckig und ungepflegt. Zum Chillen drei Tage lang war es perkeft, als Traum-Idylle wuerde ich es aber nicht bezeichnen (gut, wir sind Galápagos- und Karibik-verwoehnt). Und wegen Langeweile, die irgendwann aufgekommen ist, war ich auch froh, wieder weiter zu kommen. Ich habe wohl eher das nie ruhende Backpacker-Gen, als das dauernd chillende Surfer-Gen.

Erstellt am 22. August 2010 um 18:42 Uhr.

Oh, wie schoen ist Ecuador!

QuitoQuito (06.-08. August): Nach einer Woche Galápagos sind wir wieder in der ecuadorianischen Hauptstadt, von der wir bisher nicht mehr als Flughafen und Umgebung sehen konnten, angekommen. Also ging es schnurstracks in die Neustadt, in der die guenstigsten Hostels angesiedelt sind, wo wir auch bald ein super gutes und billiges gefunden haben. Am selben Tag haben wir nicht mehr viel zustande gebracht und sind auch nach vier Naechten auf dem Segelboot frueh ins Bett gegangen. Tags darauf haben wir uns ein bisschen die Altstadt angeschaut, die mit ihren wuchtigen Kirchen, schoenen kolonialen Gebaeuden und ihrer Lage auf einigen Huegeln sehr besticht. Nachmittags hat es ziemlich geregnet, weswegen wir uns entschieden haben, ein bisschen in die zwei groessten Shopping-Center der Stadt zu gehen, ohne irgendetwas zu kaufen.

TelefériqoAm dritten Tag Quito sind wir mit einer Seilbahn, dem TelefériQo, auf einen 4.200 Meter hohen Berg direkt neben der Grossstadt gefahren, um von der Bergstation aus noch etwa 300 Hoehenmeter weiter rauf zu klettern, bis wir nicht mehr konnten, um oben die hervorragenden Aussichten ueber Stadt und Gebirge zu geniessen. Abends wollten wir (zumindest ich unbedingt) ins Kino, in den Film Inception, der super kompliziert los ging aber am Ende einfach mal der beste Kinofilm seit Inglourious Basterds war.

LatacungaLatacunga (09. August): Latacunga ist die Stadt, von der man am besten eine Tour zum Vulkan Cotopaxi machen kann und von der man aus den Quilatoa Loop startet, eine Runde durch kleine Bergdoerfchen und wunderschoene Landschaften. Beides haben wir uns vorgenommen. In der Stadt selbst gibt es einen geschaeftigen Markt und etlich viele Friseure, angeblich die groesste Pro-Kopf-Anzahl an Friseuren und Schoenheitssalons im ganzen Land. Diese Gelegenheit habe ich genutzt, um meine Maehne etwas abschneiden zu lassen. Fuer unglaubliche zwei Dollar.

QuilatoaQuilatoa (10. August): Vormittags von Latacunga los gefahren und etwa mittags angekommen, gingen wir nach kurzer Akklimatisierung los zur Lagune, um sie einmal zu umrunden. Nach dem Abstieg zum kleinen See hat man uns aber gesagt, dass es ziemlich lange dauert, einmal rundum zu wandern und das sowieso nur obenrum geht und nicht am Ufer entlang, weswegen wir nur wieder hoch gestiegen sind - was anstrengend genug war -, um den restlichen Tag im Warmen am Kamin im Hostel zu verbringen und Stadt Land Fluss zu spielen.

ChugchilánChugchilán (11. August): Nach einer ziemlich kalten Nacht ging es heute morgen von der Quilatoa Lagune (3.800 Meter ueber dem Meeresspiegel) nach Chugchilán (etwa 3.200 Meter), das hiess etwa drei Stunden konstanter Abstieg und 1,5 Stunden wieder nach oben. Das Wetter war super, die Aussicht toll und das einzig Dumme war, dass wir ohne Fuehrer los sind und uns somit zweimal derbst verlaufen haben. Aber zum Glueck waren zwei Damen mit einem Guía unterwegs, die unseren Weg des Oefteren gekreuzt haben und wir somit fragen konnten, wo es lang geht. Am Ende kamen wir schliesslich ans Ziel, aber ziemlich fertig, weswegen ich mich erstmal zum Lesen in eine Haengematte gechillt habe, waehrend Anika sich weiter beschaeftigte und noch zwei Stunden reiten gegangen ist.

CotopaxiCotopaxi (12. August): Um 2:30 Uhr sind wir an diesem “Morgen” aufgestanden, um mit dem 3-Uhr-Bus nach Saquisilí zu fahren, wo donnerstags immer einer der groessten und wichtigsten indigenen Maerkten des Landes stattfindet. Von Schweinen, Kochbananen, Artesanía, bis hin zu Lamas, Essen und Betten konnte man auf den vielen Plaetzen des Staedtchen so ziemlich alles kaufen. Die ganze Stadt war im Prinzip ein total verrueckter, wuseliger Markt, sehr sehenswert aber wir fuehlten uns sehr fehl am Platz. Zwei Stunden spaeter, um 9:00 Uhr, hat uns dann unser Fuehrer fuer die Tour zum Cotopaxi abgeholt. “Auf zum schoensten Vulkan Ecuadors!”; das dachten wir uns zumindest ein paar Tage vorher, als wir die Tour gebucht haben. Natuerlich wollten wir nicht bis ganz nach oben steigen, 6.000 Meter ist dann doch ein bisschen zu hoch fuer uns. Aber zumindest bis zum Gletscher wollten wir. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die (gar nicht mal so billige) Rechnung gemacht. Es war neblig, anfangs konnte man nur etwa fuenf Meter sehen und sobald es sich ein bisschen aufgeklaert hat, hat es zu regnen begonnen. Im Endeffekt haben wir also nichts vom Cotopaxi gesehen und sind nur ein bisschen durch den Nebel gewandert. Abends ist mir dann aufgefallen, dass ich meinen Geldbeutel zwar ohne Geld, aber mit Kreditkarte, EC-Karte, Personalausweis und etlichem anderen Zeug in Quilatoa vergessen habe, weswegen ich die naechsten Tage nochmal zurueck musste und mir das fuer diese Nacht sehr lange den Schlaf geraubt hatte.

BañosBaños (13. August): Nachdem ich den Quilatoa Loop ein zweites Mal gemacht habe, um meinen Geldbeutel wieder zu kriegen, kam ich mittags in Baños an und: es regnete. Nachmittags haben wir erstmal gegessen, ein Hostel gesucht, mit Freundinnen geskypet und es allgemein ruhig angehen lassen (waehrenddessen hat es uebrigens geregnet), um abends in ein Thermalbad unter freiem Himmel und direkt neben dem hohen Wasserfall zu gehen und: es regnete. Abends haben wir dann noch ein bisschen was getrunken, weshalb wir am naechsten Morgen etwas spaeter aufgestanden sind. Beim Fruehstueck auf der huebschen, unterdachten und verglasten Dachterasse hat es uebrigens auch die ganze Zeit heftig geregnet. Deswegen haben wir uns entschieden, vor dem Regen zu fliehen. Dazu mussten wir die hoellische Unordnung, die wir waehrend eines Tages in unserem Drei-Bett-Zimmer zustande gebracht haben, erstmal wieder aufraeumen. So sind wir also am selben Tag noch ueber Riobamba nach Cuenca gefahren, was eine der schlimmsten Busfahrten meines Lebens war, da andauernd stinkende indigene Omis neben mir standen oder sich ungefragt an mich angelehnt haben.

Erstellt am 15. August 2010 um 15:41 Uhr.

Komm ich jetzt ins Fernsehen?

Medellín (28.-29. Juli): Bevor wir auf die Galápagos-Inseln ueber Quito geflogen sind, mussten wir erstmal aus Kolumbien raus. Nach einer 13-stuendigen Nacht-Busfahrt kamen wir morgens im wieder etwas kuehleren Medellín an, das unser letzter Halt in Kolumbien sein sollte und das frueher bekannt war als die Drogen-Hochburg Nummer 1. Heutzutage ist das aber alles Geschichte, man kann sicherlich noch sehr leicht an Kokain kommen, wenn man will, aber allgemein ist die Menge des Umschlags und ueberhaupt die Kriminalitaet in dieser Stadt in den letzten Jahren erheblich zurueck gegangen. Kaum angekommen in der Casa Kiwi, ein Hostel, das von einem Neuseelaender betrieben wird, wurden wir auch schon gefragt, ob wir in kurzer Zeit einiges an Geld verdienen wollen. Angeschlagen wurden drei Stunden zu einer Entlohnung von 130.000 Pesos, was ungefaehr 55 Euro entspricht. Was wir dafuer tun mussten? Es hiess, wir zehn Gringos, die sie dafuer engagierten, sollten einfach nur im Hintergrund einer Szenerie sitzen und etwas trinken. Im Endeffekt kam alles anders:

Telenovela

Wir sind ab sofort offiziell Statisten in einer kolumbianischen Telenovela! So scheisse, dass es schon wieder cool ist – genau wie die 70er/80er-Jahre-Kostueme, die wir dazu tragen mussten. Die Seifenoper, die wohl auf ungefaehr 100 Folgen limitiert sein wird, handelt von einem Salsa-Musiker aus Kolumbien. Mehr habe ich leider nicht raus gefunden. Jedenfalls die Szene, in der wir teilnahmen, spielt in einer Bar, in der wir im Hintergrund tanzen mussten. “¡Rumbeando!”, wie der Assistent des Regisseurs immer geschrien hat. Und das ohne Musik! Wie schwer tanzen ohne Musik ist, weiss ich seitdem. Letztendlich haben wir ungefaehr zehn Stunden nur gewartet (¡Bienvenido a Latinoamérica!), und eine Stunde gedreht. Waehrend der Wartzeit haben wir uns mit den anderen Statisten unterhalten, den Transvestiten beim Rumtorkeln zugeschaut, schwule Tanzgrueppchen in bunten, leicht laecherlichen Outfits beobachtet und den Divas beim Sich-schminken-lassen zugesehen. Der Stundenlohn am Ende war dann nicht mehr so toll (vielleicht fuer kolumbianische Verhaeltnisse schon), aber wir hatten viel Spass und wer kann schon von sich behaupten, an einer suedamerikanischen Telenovela Teil genommen zu haben? Im Uebrigen haben wir das Schnittmaterial hinterher kurz ansehen koennen, und tatsaechlich habe ich meine halbe Sekunde Ruhm, da man fuer einen Augenblick mein Gesicht sieht.

Die Stadt an sich haben wir uns dann einen Tag spaeter angesehen, was jetzt nicht allzu berauschend war, von daher war es perfekt, dass wir den Tag zuvor auf eine spannendere Weise nutzen konnten.

Erstellt am 9. August 2010 um 19:23 Uhr.

Videopremiere von “Alles” der Helden

Auf der Homepage des Sterns kann man seit dem 05. August das neue Video von Wir Sind Helden anschauen. Wieder mal sehr sehenswert, wie bisher alle Helden-Videos. Die weiteren wichtigen Termine fuer dieses Jahr, was die Band betrifft: 27. August: Neues Album; 24. Oktober: Konzert in Muenchen!

Erstellt am 7. August 2010 um 23:17 Uhr.

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