Ich habe es endlich und leider geschafft! Über 1.300 Seiten spannende Action und wissenschaftliche Beschreibungen. Über 1.300 Seiten, verbracht in Berlin, Shanghai, London, Vancouver, Lima, auf einer Insel direkt am Äquator in Ecuador, im Weltraum, auf dem Mond. Über 1.300 mit Owen Jericho und Julian Orley. Zu viel, zu wenig, genau richtig? Ich kann es nicht sagen.
Limit hat echt Spaß gemacht zu lesen, doch leider musste ich damit auch ans Limit gehen. So baut sich die Handlung erst schleppend auf, da man erstmal über zwanzig Charakterzeichnungen lesen muss. Natürlich ist das auch interessant, da Frank Schätzing gekonnt schreibt und immer mal wieder kleine Gags und zum Nachdenken anregende Anekdoten mit rein bringt. Doch irgendwas war faul an der ganzen Sache. Das Buch ist von Anfang an gespaltet in zwei Haupthandlungen. Nachdem man mit dem ersten Teil der einen Handlung fertig war, fing man wieder von vorne an, und zwar mit dem ersten Teil der zweiten Handlung. Und danach musste man dann wieder umswitchen und sich in Erinnerung holen, wo die erste Handlung verblieben ist. Und so geht das hunderte von Seiten weiter, bis sich endlich einmal alles überkreuzt und man zwischen den verschiedenen Schauplätzen hin und her geschmissen wird. Das alles macht das Lesen nicht leicht, doch man nimmt es auf sich, da beide Handlungen einfach grandios und spannend und intelligent sind. Aber die Vereinigung der beiden Stränge glückte nicht so gut wie in Der Schwarm, der mich erst auf Schätzung und seine tolle Erzählweise aufmerksam machte.
Alles in allem ist das aber auch wirklich der einzige Negativpunkt, den ich benennen kann. Etwas aprupt geht alles am Schluss vor sich, was vielleicht mit Absicht so geschrieben wurde, da sich zuvor tausend spannende Sachen überschlagen. Aber dass es mir so vorkam, als gehe es so rasch dem Ende zu, heißt für mich: Kurzweiligkeit. Am Ende wollte ich nicht, dass es zu Ende ist. Und schlussendlich freue ich mich umso mehr auf seinen nächsten Schmöker und die Verfilmung zu seinem berühmtesten Buch Der Schwarm, die gerade in der Mache ist.