gesehen

Die Regeln Des Spiels (01/10)

Die Regeln Des SpielsDer Film handelt von mehreren Parties und den dazwischen liegenden Zeiträumen. Außerdem natürlich von den Party-Gästen, die an einer amerikanischen Universität studieren oder so tun, als würden sie studieren. Denn im Mittelpunkt stehen ja die Parties. Es wird von Beginn des Films bis zum letzten Ende (man erhofft sich ein früheres Ende) getrunken, gelallt, gekokst, gefickt, gekotzt, beim Ficken gekotzt, wieder getrunken, sich umgebracht, sich unsterblich verliebt, was nach der Nicht-Erwiderung der Liebe doch wieder zum Sterben durch Selbstmord führt, und wieder von vorne. Man versucht, die nichtssagende Handlung – wenn man es überhaupt Handlung nennen darf – durch interessante Kamerafahrten, wie zum Beispiel den Rückspul-Effekt zu Anfang oder das parallele Laufen zweier Handlungsstränge, die sich dann in einem vereinen, zu überspielen, was jedoch auch nicht gelingt, weil sie mies eingesetzt werden und immer total überflüssig sind.

Die einzige Stelle im Film, die mich ein bisschen amüsiert hat, ist der Speed-Rückblick oder wohl eher Rückblick auf Speed auf die Europareise einer sehr spät eingeführten Nebenrolle. Da auf dieser Reise aber auch die ganze Zeit nur getrunken, gekotzt und gefickt wird, gibt es da eigentlich auch keinen richtigen Pluspunkt zu verbuchen. Alles in allem ein überaus schlechtes Stück Hollywood, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe. Ein einzig gutes hat es: Er hat mich motiviert, wieder mal was über einen Film zu schreiben. Prädikat: Mülltonne – oder besser: Kotzeimer.

Erstellt am 23. Januar 2011 um 14:14 Uhr.

Das Cabinet des Dr. Caligari (10/10)

In meinem Kurs Historia del Cine (Kinogeschichte) besprachen wir in vier Stunden pro Woche die Anfänge des Filmes ab 1895. Heute war meine mündliche Abschlussprüfung, die ich zum Glück gar nicht mal so schlecht bestanden habe. Ich hatte sicher den Ausländer-Bonus, ist schließlich nicht sehr leicht, auf Spanisch über Filmhistorisches zu diskutieren.

Cesare

Schon seit Langem wollte ich einen Beitrag zum deutschen Stummfilm-Klassiker Das Cabinet des Dr. Caligari von 1920 schreiben, der mich sehr überrascht hat. Ich hatte zwar vorher schon ab und zu mal davon gehört, mich aber nie richtig damit beschäftigt. Jetzt hatte ich zum Glück die Möglichkeit, die nicht unerheblichen Anteile deutscher Produktionen an der weltweiten Filmhistorie kennen zu lernen. Der Film von Robert Wiene gilt heute als Meilenstein, da er einige Neuerungen mit sich brachte. So zum Beispiel die sehr auffällige Innovation, die Schauplätze durch ein surrealistisches, expressionistisches Bühnenbild darzustellen. Die Kulissen wurden gebaut und bemalt, wahrscheinlich um Geld zu sparen, da man nicht auf echte Schauplätze zurück greifen musste. Diese Entwicklung in Verbindung mit den kontrastreichen Licht- und Schatten-Einstellungen macht den Film aber gerade so schaurig und nimmt einen umso mehr gefangen.

Dr. Caligari“Der Film erzählt die Geschichte des Dr. Caligari, der auf dem Jahrmarkt ein somnambules Medium namens Cesare ausstellt und hellsehen lässt. Zwei Freunde besuchen gemeinsam die Vorstellung und einer von ihnen wird in der darauffolgenden Nacht ermordet, nachdem ihm Cesare zuvor den Tod prophezeite. Caligari stellt sich als Wahnsinniger heraus, der Cesare als Mordinstrument benutzt. Am Ende schlägt der Film jedoch einen Haken: Die ganze Handlung ist nur eine Wahnvorstellung eines Insassen einer Irrenanstalt, Caligari der Direktor dieser Anstalt – nun wissend, wie er den tatsächlich Wahnsinnigen heilen kann.” Zum Wikipedia-Artikel >>

Es wurde etliches Politisches in diesen Film, der ja zwischen den zwei Weltkriegen entstanden ist, hinein interpretiert. So zeige der Film beispielsweise sozialpsychologische Parallelen zum Nationalsozialismus auf. Dies möchte ich gar nicht genauer darlegen, könnte man jedoch im Buch Von Caligari zu Hitler (1947) von Siegfried Kracauer nachlesen. Ich dagegen will ein paar eigene Gedanken dazu aufschreiben.

KulissenSo finde ich es erstaunlich, wie ein solcher Film, der über ein Dreiviertel Jahrhundert alt ist, heute noch andere Regisseure beeinflussen kann. Genannt wurden des Öfteren Tim Burton, der in seinen Streifen meist bizarre Charakter entstehen lässt, sowie ebenfalls viel mit surrealen Kulissen spielt. Auch mit Terry Gilliams Werk Das Kabinett des Dr. Parnassus hat der Film nicht nur Ähnlichkeit im Titel, sondern auch inhaltlich. Aber was mir direkt nach dem Sehen des alten Schwarz-Weiß-Filmes und dessen unerwarteter Wandlung zum Schluss in den Sinn gekommen ist, ist etwas Anderes. Kurz zuvor konnte ich mir nämlich (noch in Deutschland) Martin Scorseses neuesten Film Shutter Island anschauen, in dem eine ähnliche Grundhandlung und Pointe am Ende alles verdreht. So stellt sich bei beiden Werken heraus, dass man schlussendlich nicht aus der Sicht des einzig Normalen die Ereignisse gezeigt bekam – sondern im Gegenteil: dass man der ständige Begleiter eines Verrückten und seiner in seinem psychologisch verkorksten Gehirn entstandenen Gedanken war.

Natürlich weiß ich nicht, ob Scorsese sich wirklich von Wienes Meisterwerk beeinflussen ließ, oder ob es Zufall ist, da nicht jeder Filmstoff neu sein kann, weil irgendwann die Themen ausgehen. Aber auf alle Fälle sind die Parallelen deutlich zu erkennen.

Erstellt am 30. Juni 2010 um 20:11 Uhr.

Prince Of Persia – Der Sand Der Zeit (07/10)

Prince Of Persia

Disney – das heißt, es wird lustig. Computerspiel-Vorlage – das heißt, es ist action- und fantasylastig. Jake Gyllenhaal und Gemma Arteron – das heißt, es gibt einige schnulzige Szenen im Film. Mir trotzdem oder auch gerade deswegen angeschaut und echt nicht unbespaßt gewesen. Prince Of Persia ist ein typischer kurzweiliger Blockbuster, den nur Hollywood liefern kann. Für das kurze, oberflächliche Amusement mit guten Spezialeffekten und tollen, an das Computerspiel erinnernde, innovative Kamerafahrten, absolut geeignet und empfehlenswert. Das Beste am ganzen Streifen sind aber die Dialoge zwischen dem Hauptdarsteller-Pärchen sowie die Gesichter Jake Gyllenhaals, wenn er sich mehrmals hintereinander in Sicherheit wiegt und dann doch wieder irgendwas schlimmes passiert. Dass dabei am Ende ein Happy End mit Kitsch rauskommt, ist sowieso klar. Und dass mindestens eine Fortsetzung folgen wird, ungefähr genauso.

“Persien im sechsten Jahrhundert. Im Reich unsterblicher Abenteuer und Legenden werden ein neuer Mythos und eine große Liebe geboren. Nicht der Zufall, sondern die Vorsehung führt den charismatischen Draufgänger Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal) und die bildschöne, selbstbewusste Prinzessin Tamina (Gemma Arteron) zusammen. Gemeinsam überwinden sie anfängliche Abneigungen und bilden einen Bund gegen das Böse, das im Verborgenen seine Kräfte sammelt. Nizam (Ben Kingsley), der machthungrige Bruder des Königs, strebt nach dem Thron, Scheich Amar (Alfred Molina) nach unvorstellbarem Reichtum. Alle Wünsche erfüllen könnte ein ungewöhnlicher Dolch, der Dastan in die Hände fällt. Im Abenteuer ihres Lebens, so gefährlich wie aufregend, versuchen Dastan und Tamina, diesen geheimnisvollen Schatz vor dunklen Mächten und skrupellosen Killern in Sicherheit zu bringen. Denn der Besitzer des Dolchs kann den im Griff versteckten magischen Sand der Zeit freisetzen, damit die Zeit zurückdrehen und die Welt beherrschen…” Zur Film-Homepage >>

Erstellt am 22. Juni 2010 um 01:37 Uhr.

In Meinem Himmel (07/10)

Auch wenn das Fernseh-Programm hier in Perú gar nicht so schlecht ist (mal abgesehen von den Telenovelas), da es hier eigentlich alle US-amerikanischen Fernsehserien in Originalton gibt (und das daher auch ziemlich bald nach der Erstausstrahlung im US-TV, man muss also nicht so lange auf eine Synchronisation warten wie in Deutschland), habe ich mir eine der zig DVDs genommen, die unten im Wohnzimmer liegen und irgendwann mal von meinen Vorgängern oder aktuellen Mitbewohnern für weniger als einen Euro gekauft wurden. Als Raubkopie versteht sich.

Die Entscheidung fiel zwischen dem argentinischen Oscar-Gewinner-Film von 2010 und In meinem Himmel, der letztendlich gewonnen hat, da es gestern schon sehr spät war und ich der leichteren Verständlichkeit mit Englisch vor Spanisch vorlieb nahm. Den Film wollte ich mir sowieso in München schon im Kino anschauen, leider bin ich dazu aber kurz vor meinem Auslandssemester nicht mehr gekommen.

In Meinem HimmelDie Namen versprechen ja schon einiges, wenn man sich nur das Plakat ansieht: Peter Jackson als Regisseur, Mark Wahlberg, Rachel Weisz, Susan Sarandon als altbekannte Schauspieler-Größen, sowie die brillante Saoirse Ronan, deren Augen so einzigartig sind wie ihr Vorname und ihre Schauspielkunst. Da sieht Mark Wahlberg, der sich momentan in einer Berg- und Talfahrt zu befinden scheint (Seine Performance in Departed top, in The Happening dagegen flop), richtig nichtig aus. Zu erwähnen ist auf jeden Fall auch noch das Auftreten Stanley Tuccis als Serienmörder, wo es einem kalt den Rücken runter läuft.

Die Handlung und die Aufmachung des Filmes sind auch sehr besonders. Einerseits das Talent Jacksons, für seine Darsteller Fantasiewelten zu schaffen, die kaum an Ideenreichtum übertroffen werden können, andererseits das Können, den Zuschauer dazu zu bringen, sich über die Geschehnisse noch während des Films eigene Gedanken zu machen und Interpretationen zu finden. Das hört sich alles sehr geschwollen an, man muss ihn sich einfach anschauen, um zu wissen, was ich meine. Das Seltsame und Mystische wird jedenfalls bis zum etwas anders erwarteten Ende beibehalten. Insgesamt: ideenreich, gut gespielt und spannend bis zum Schluss. Sehenswert!

In Meinem Himmel erzählt die Geschichte der 14-jährigen Susie Salmon aus einem Vorort in Pennsylvania. Nach ihrem Tod beobachtet sie aus dem Jenseits – einer Art Zwischenwelt – wie ihre Familie mit dem Verlust umzugehen lernt. Susie war von einem Nachbarn vergewaltigt und ermordet worden, ihre Leiche bleibt jedoch für immer verschwunden. Die Polizei kann nur erahnen, was mit ihr geschehen ist, und auch die Eltern müssen schließlich akzeptieren, dass sie ihre Tochter für immer verloren haben. Doch wie ist es zu erklären, dass Susies kleiner Bruder Buckley meint, seine Schwester gesehen zu haben? Und wieso ist sich ihr Vater so sicher, ihre Anwesenheit zu spüren?” Zur Film-Homepage >>

Erstellt am 26. Mai 2010 um 01:50 Uhr.

The Lost City (08/10)

The Lost CityIch hab den Film in Orginal-Ton gesehen mit spanischen Untertiteln, wobei teilweise auch im Film direkt Spanisch geredet worden ist, da er ja in einem Spanisch sprechenden Land spielt. Das ist sehr empfehlenswert – eigentlich wie bei jedem anderen ausländischen Film auch! Highlights des Films sind eindeutig die Schauspieler, an vorderster Stelle Bill Murray, Andy Garcia und Dustin Hoffman, die sich gegenseitig in Grund und Boden spielen. Die teilweise kitschigen Sprüche, die ab und zu auf sehr poetische und philosophische Weise abgelassen werden, rücken zum Glück durch lustige und schlagfertige Dialoge zum Beispiel zwischen “The Comedian” (Bill Murray), der in dem Film eigentlich nur zum Amusement dient und keine handlungsfördernde Rolle innehat, und dem Mafiaboss (Dustin Hoffman), in den Hintergrund und geraten bald in Vergessenheit. Extrem positiv zu erwähnen ist auch die tolle kubanische Musik, die sich durch die lange Laufzeit des Films zieht.

Fico Fellove (Andy Garcia) ist der Eigentümer des “El Tropico”, eines Nachtclubs im Herzen Havannas der Fünfziger Jahre. Zu jener Zeit teilte Kuba seine Leidenschaft für Tanz und Musik mit der ganzen Welt. In dem von Fulgencio Batista diktatorisch regierten Land baut sich aber langsam eine revolutionäre Bewegung um Fidel Castro und Che Guevara auf, zu der auch ein Bruder Felloves Anschluss gefunden hat und dadurch die Beziehungen zu seiner Familie auf’s Spiel setzt. Eine Zeit der Veränderungen folgte, in der man von der unterdrückenden Regierungsform Batistas zu Castros neuem Regime wechselte. In der neuen Ära wird Fico Fellove mehr oder weniger gezwungen nach New York zu fliehen, um sich und seine Familie zu schützen. Dafür allerdings muss er die Witwe seines geliebten zweiten Bruders, der bei einem Sturzversuch Batistas ums Leben kam, zu der er eine Liebesbeziehung aufgebaut hatte, verlassen, da diese sich auch der revolutionären Bewegung Castros zugehörig fühlt.

Der Film endet mit einem wunderschönen Gedicht, das wie ich herausgefunden habe von dem Nationalhelden José Martí stammt und 1891 in dessen Exil geschrieben wurde (er musste zeitweise in die USA fliehen, da er auf Kuba gegen die spanische Kolonialmacht für Unabhängigkeit der Insel gekämpft hatte). Einige Strophen sind übrigens auch Teil des bekannten Liedes Guantanamera. Ich will euch das spanische Gedicht mit dem Namen Yo Soy Un Hombre Sincero nicht vorenthalten, obwohl es wohl nur die wenigsten verstehen werden:

Yo soy un hombre sincero
De donde crece la palma,
Y antes de morirme quiero
Echar mis versos del alma.

Yo vengo de todas partes,
Y hacia todas partes voy:
Arte soy entre las artes,
En los montes, monte soy.

Yo sé los nombres extraños
De las yerbas y las flores,
Y de mortales engaños,
Y de sublimes dolores.

Yo he visto en la noche oscura
Llover sobre mi cabeza
Los rayos de lumbre pura
De la divina belleza.

Alas nacer vi en los hombros
De las mujeres hermosas:
Y salir de los escombros,
Volando las mariposas.

He visto vivir a un hombre
Con el puñal al costado,
Sin decir jamás el nombre
De aquella que lo ha matado.

Rápida, como un reflejo,
Dos veces vi el alma, dos:
Cuando murió el pobre viejo,
Cuando ella me dijo adiós.

Temblé una vez – en la reja,
A la entrada de la viña, -
Cuando la bárbara abeja
Picó en la frente a mi niña.

Gocé una vez, de tal suerte
Que gocé cual nunca: – cuando
La sentencia de mi muerte
Leyó el alcalde llorando.

Oigo un suspiro, a través
De las tierras y la mar,
Y no es un suspiro, – es
Que mi hijo va a despertar.

Si dicen que del joyero
Tome la joya mejor,
Tomo a un amigo sincero
Y pongo a un lado el amor.

Yo he visto al águila herida
Volar al azul sereno,
Y morir en su guarida
La vibora del veneno.

Yo sé bien que cuando el mundo
Cede, lívido, al descanso,
Sobre el silencio profundo
Murmura el arroyo manso.

Yo he puesto la mano osada,
De horror y júbilo yerta,
Sobre la estrella apagada
Que cayó frente a mi puerta.

Oculto en mi pecho bravo
La pena que me lo hiere:
El hijo de un pueblo esclavo
Vive por él, calla y muere.

Todo es hermoso y constante,
Todo es música y razón,
Y todo, como el diamante,
Antes que luz es carbón.

Yo sé que el necio se entierra
Con gran lujo y con gran llanto.
Y que no hay fruta en la tierra
Como la del camposanto.

Callo, y entiendo, y me quito
La pompa del rimador:
Cuelgo de un árbol marchito
Mi muceta de doctor.

Erstellt am 21. Mai 2010 um 23:25 Uhr.

Zur diesjährigen Oscarverleihung

Leider konnte ich ja dieses Jahr nicht live bei den Oscars mit dabei sein, da genau in dieser Nacht meine Reise nach Perú begonnen hat und ich in zehntausend Metern Höhe versucht habe, vor mich hin zu dösen. Gestern, nach der ersten Woche hier, habe ich das erste Mal daran gedacht, nachzuschauen, wer denn überhaupt gewonnen hat.

Da ich nicht alle Filme gesehen hab, kann ich nicht besonders viel zu dem Ergebnis sagen. Tödliches Kommando muss auf jeden Fall sehr gut sein, da es die meiner Meinung nach unschlagbaren Inglorious Basterds schlagen konnte – in den zwei wichtigen Kategorien Bester Film und Beste Regie. Da bin ich froh, dass Tarantino’s Film wenigstens einen Goldjungen gewonnen hat – nämlich durch die grandiose Leistung von Christoph Waltz, der eigentlich für die Beste Hauptrolle hätte nominiert werden müssen. Sandra Bullock als Beste Hauptdarstellerin wundert mich ein wenig, da ich mit ihr bis jetzt noch keinen richtig ernsthaft anspruchvollen Film gesehen habe. Das Lustige daran ist, dass sie einen Tag zuvor für eine andere Rolle den Anti-Oscar Goldene Himbeere in Empfang nehmen musste.

Sandra Bullock

Was ich aus gegebenem Anlass noch sagen will, ist, dass ich es schade finde, dass weder der peruanische Beitrag Eine Perle Ewigkeit, noch die deutsch-österreichische Produktion Das Weiße Band gewonnen haben, zwei sehr herausragende Filme. Aber ich denke der argentinische Siegesfilm wird auch seine Vorzüge haben, ich hoffe ich komme bald dazu, ihn mir anzusehen – vielleicht wird er hier ja um die Ecke irgendwann im Original gezeigt.

Erstellt am 14. März 2010 um 20:44 Uhr.

Invictus – Unbezwungen (07/10)

InvictusMich hat der Film sehr berührt, da er vom Umbruch in Südafrika handelt, ein Thema, das ich in meiner Facharbeit schon behandeln durfte. Eine ganze Gesellschaft muss sich nun mit der neuen Situation, der neuen Gleichberechtigung vertraut machen, aus der natürlich erneut Probleme entstehen können, die aber vorwiegend auch neue Chancen für ganze Generationen bereit hält. Auch die Geschichte Mandelas wird dargestellt und sorgt oft für nicht zu unterdrückende Tränen in den Augen. Für mich war der Film, der ja auch nicht unerheblich den Sportsgeist einer ganzen Nation und dadurch ihre Verbundenheit zeigt, auch ein schöner Ausblick auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2010. Ich hoffe Südafrika zeigt seine immer wieder angepriesene Regenbogen-Gesellschaft und eine mindestens genauso tolle Atmosphäre wie in Deutschland 2006.

“Der gerade gewählte Präsident Mandela weiß genau, dass sein Land auch nach dem Ende der Apartheid von Rassenvorurteilen und wirtschaftlichen Benachteiligungen zerrissen ist. Er glaubt allerdings fest daran, sein Volk durch einen Sport vereinen zu können, der alle Schranken überwindet: Mit großem Enthusiasmus unterstützt er das südafrikanische Rugby-Team, obwohl es als Außenseiter bei der Weltmeisterschaft 1995 kaum eine Chance hat. Die Hauptrollen spielen die Oscar®-Gewinner Morgan Freeman und Matt Damon.”  Zur Film-Homepage >>

Erstellt am 1. März 2010 um 15:21 Uhr.

Sherlock Holmes (04/10)

Einen solch typischen Film, der von vorne bis hinten vorhersehbar ist, habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen. Taktisch zwar klug erdacht vom lieben Herrn Ritchie, aber einfach schon viel zu oft gesehen. Als ob am Anfang nicht sofort klar wäre, dass Herr Holmes am Ende des Films alles klitzeklein und hochgradig empierisch belegen könnte. Selbst wenn Menschen augenscheinlich wieder auferstehen, alles hat seine physikalische Daseinsberechtigung. Dieser Hollywood-Streifen hat dies meiner Meinung nach aber nicht. Was dieses Remake gerade so vor dem Fall von der unfertigen Tower Bridge bewahrt, sind die ab und an sehr lustigen Jokes der zwei Hauptdarsteller (Robert Downey Jr. & Jude Law), die zusammen mit dem Rest der Riege ein sehr amüsantes Gespiele an den Tag legen.

Sherlock Holmes“Seinen Ruf erwarb sich Sherlock Holmes dadurch, dass er selbst die kniffligsten Kriminalfälle löst. Mit seinem unerschütterlichen Partner Dr. John Watson kommt der berühmte „beratende Detektiv“ flüchtigen Verbrechern auf die Spur, indem er sich auf seine unschlagbare Beobachtungsgabe ebenso verlässt, wie auf seine erstaunlichen Schlussfolgerungen und die Kraft seiner Fäuste.

Derzeit braut sich über London allerdings ein Sturm zusammen, der selbst Holmes gefährlich werden könnte … Doch genau solche Herausforderungen sind ganz nach seinem Geschmack.

Nach einer Serie brutaler Ritualmorde gelingt es Holmes und Watson im letzten Moment, ein weiteres Opfer zu retten und den Mörder zu stellen: Es ist Lord Blackwood, der keinerlei Reue zeigt. Obwohl Blackwoods Hinrichtungstermin immer näher rückt, terrorisiert er seine Mitgefangenen und Wärter damit, dass er offenbar mit übernatürlichen Mächten im Bunde steht. Blackwood warnt Holmes und behauptet, dass der Tod ihm nichts anhaben kann, ja, dass der Tod am Galgen sogar zu seinem Plan gehört.

Und tatsächlich sieht es so aus, als ob Blackwood mit seinem Versprechen Recht behält: Seine augenscheinliche Auferstehung versetzt London in Panik und stellt Scotland Yard vor ein Rätsel. Doch damit, so Holmes, „hat das Spiel erst begonnen“.

Holmes und Watson versuchen Blackwoods tödliches Komplott zu vereiteln und geraten dabei ins Reich der schwarzen Magie und verblüffender technischer Apparate – oft hilft nur die Logik, um sich in diesem Labyrinth des Verbrechens zu behaupten … aber auch der eine oder andere rechte Haken erweist sich als durchaus nützlich.” Zur Film-Homepage >>

Erstellt am 24. Februar 2010 um 00:59 Uhr.

Der Ghostwriter (08/10)

Ich mag eigentlich Pierce Brosnan nicht besonders, auch Kim Catrall (bekannt aus Sex & The City) gehört nicht zu meiner Lieblings-Schauspieler-Riege, dennoch hat mich deren Performance in Der Ghostwriter sehr überzeugt. Getoppt hat das alles nur der Hauptdarsteller Ewan McGregor und der Regisseur Roman Polanski, die aus der Buchvorlage (Robert Harris: Ghost) einen echt spannenden und sehenswerten Thriller gemacht haben. Positiv zu nennen sind auch noch die Musik und die Landschaftsaufnahmen (der Film wurde übrigens unter anderem auf Sylt gedreht).

“Der britische Ghostwriter (Ewan McGregor) soll die Memoiren des früheren Premierministers Adam Lang (Pierce Brosnan) fertig stellen – die Chance seines Lebens, meint sein Agent. Der Verlag hat Lang eine hohe Millionengage für das Buch zugesagt und die Zeit drängt – für seinen „Ghost“ verspricht das einen Karrieresprung und ein fürstliches Honorar. Doch von Anfang an steht das Projekt unter einem unguten Stern, nicht zuletzt weil der erste Autor, Langs langjähriger Berater, gerade bei einem tragischen Unfall starb. Der neue Ghostwriter wirft seine Bedenken schnell über Bord und reist auf die Atlantikinsel Martha’s Vineyard, wohin sich der Ex-Premierminister mit seiner Frau Ruth (Olivia Williams) und einem kleinen Stab um seine attraktive Assistentin Amelia Bly (Kim Cattrall) zurückgezogen hat. Doch die Ruhe der Insel ist trügerisch: Langs Ferienhaus gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Welches Geheimnis birgt das Buchmanuskript, das im Safe liegt und nicht das Haus verlassen darf? Schon ruft Langs Vergangenheit die Presse und aufgebrachte Demonstranten auf den Plan, die das Anwesen belagern. Inmitten des Tumults macht der Ghostwriter eine Entdeckung, die den smarten Ex-Premier in ein ganz neues Licht rückt. Er stößt auf eine globale Verschwörung und befindet sich plötzlich in höchster Lebensgefahr.” Zur Film-Homepage >>

Erstellt am 21. Februar 2010 um 13:38 Uhr.