So liebe Peruanerinnen und Peruaner, ich habe nochmal ein paar Verbesserungsvorschläge für euch, damit sich der Lebensstandard hier in diesem schönen Land weiter erhöht. Sobald ihr diese Sachen geändert habt, können wir auch das nächste Ziel erreichen: Der Einzug in die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014. Denn das ist euch als momentan schlechteste Nationalmannschaft Südamerikas seit 1982 und insgesamt auch nur vier Mal geglückt. Bis dahin müsst ihr wohl mit anderen südamerikanischen Mannschaften zum Mitfiebern vorlieb nehmen, wozu ihr momentan mit vier Teams des Kontinents in den Viertelfinales viele Möglichkeiten habt.
1. Wieso kriegt man so oft kein Messer? Vor allem scheint das in den Andenregionen der Fall zu sein. Mann bestellt zum Beispiel Picante de Cuy (Meerschweinchen), das meist mit Kartoffeln serviert wird, und bekommt höchstens eine Gabel. Okay, in diesem Fall braucht man für das Fleisch verständlicherweise weder Messer noch Gabel, eher eine Lupe um nach essbarem Fleisch an den kleinen Tierchen zu suchen. Aber die Kartoffeln beispielsweise müsste man schneiden. Und den verbliebenen Rest möchte ich mir eigentlich nicht mit den Fingern auf die Gabel schieben, sondern mit einem Messer. Also bitte, ihr müsst ja nicht wie im Nobel-Restaurant aufdecken, aber ist ein Cuchillo denn zuviel verlangt?
2. Wenn man ins LarcoMar, ein Einkaufszentrum in Miraflores, das sehr aufwändig in die Steilküste der Costa Verde am Pazifik konstruiert wurde, geht, dann erwartet man ja schon etwas mehr Service und Komfort, als wenn man zum Beispiel in den Polvos Azules shoppt (das ist ein Markt in Lima, in dem es professionell kopierte CDs für weniger als einen Euro und DVDs für 50 Cent gibt, sowie gefälschte Kleidung und Schuhe jeder Art). Aber dass wir zu zweit in ein Geschäft marschieren, Samstag Nachmittag, zu welcher Zeit es in Deutschland am ehesten von Kundschaft nur so wuselt, und sich dann mit neun (!) Angestellten alleine in der Tienda befindet, kommt man sich schon etwas komisch vor und fragt sich, was die denn den ganzen Tag zu tun haben und vor allem wie wenig die verdienen müssen, damit sich der Laden lohnt? Ich möchte euch jetzt nicht dazu veranlassen, Leute zu feuern, aber manchmal ist das wohl der einzige Weg, um sich zu verbessern? Man muss manchmal einen Schritt rückwärts gehen, um zu sehen, dass man auf dem falschen Pfad gegangen ist.
3. Und jetzt noch etwas, das mich in meinem Unterbewusstsein mehr gestört hat, als ich es erahnen konnte. Am Anfang fand ich es noch recht witzig, dass überall an der Straßenseite Schilder mit dem Wort Playa (Strand) und einem Pfeil stehen, die, wie sich nach ein paar Tagen der Verwirrung am Anfang meines Peru-Aufenthalts herausstellte auf Playas de Estacionamiento (Parkplätze) verweisen. Nach und nach wurde mir aber immer bewusster, dass man jedes Mal an Strand, Sonne, Meer und Wärme erinnert wird, wenn man an einem solchen Schild vorbei geht, was einen in der momentanen (ich nenne es mal) Grauslichkeit der nicht zu durchbrechenden Wolkendecke ziemlich traurig stimmt. Da hilft dann bloß dran denken, dass man ja sowieso nur noch zwei Wochen hier verbleiben muss und dann endlich reisen darf; hoffentlich auch an kolumbianische Karibikstrände. Aber zurück zum Thema: Bitte stellt neue Schilder auf, auf denen nur Estacionamiento oder Aparcamiento steht, um diesen unterbewussten Trübsinn zu vermeiden. Danke!
Eigentlich gibt’s nichts zu meckern: Jedes Spiel wird live übertragen, die Zeitungen sind voll davon und eigentlich gibt an jeder Ecke es Promociones oder ähnlich zum Mundial, wie die Fußball-Weltmeisterschaft hier genannt wird. Ich kann mich hier echt nur über die unmöglichen Anstoßzeiten beschweren. Dennoch möchte ich zwei kleine einfach nur nennenswerte (weil skurrile) Sachen loswerden:
1. Die Werbeschaltungen während der Spiele stören mich nicht – während der Halbzeit hat man eh immer irgendwas zu tun, sei es auf’s Klo gehen, die Weißwürste aufwärmen (so wie ich heute um 07:15 Uhr) oder das nächste Bier holen. Aber alle fünf Minuten gibt der Kommentator hier eine zehnsekündige Sprechwerbung zu Mobilfunkmarken oder Coca Cola ab – muss das denn sein? Wenigstens gibt es sowas nicht auch schon in Deutschland.
2. Ich finde es etwas komisch, wenn man die Zeitung aufschlägt und dann eine Überschrift liest wie Son ‘Panzers’, was soviel bedeutet wie Sie sind Panzer. Gut, Australien wurde wirklich überrannt, aber dass die deutsche Vergangenheit mit ins Spiel gebracht wird, wenn auch auf nett gemeinte Weise – das ist irgendwie seltsam. Hätten wir gegen Polen 4:0 gespielt, wäre diese Wortwahl wohl nicht so angebracht… Na ja!
Da sich hier eine Wolkenglocke im Winter stetig über Lima befindet, kann der massive Smog, der durch die alten Autos und vor allem auch durch die etlichen Combi-Busse entsteht, nicht entweichen. Man freut sich schon fast, wenn man nicht nach draußen muss, um der Verschmutzung nicht ausgesetzt zu sein. Zur Veranschaulichung: Es gibt in Lima allein 120.000 registrierte Taxis, zu denen in etwa nochmal 210.000 nicht registrierte hinzu kommen. Der Bedarf liegt dagegen nur bei etwa 20.000 bis 25.000 solcher Fahrzeuge. Und wie viele private PKWs und wie viele Kleinbusse zusätzlich durch Lima düsen, daran möchte ich gar nicht denken. Das bedeutet, sobald man sich auf der Straße befindet, muss man sich der verschmutzten Luft aussetzen – man kann absolut nichts dagegen tun. Und zudem kommt die Zeit, in der man mit dem Micro zur Uni fahren muss, was bei mir etwa vier Mal die Woche jeweils eine Stunde hin und zurück bedeutet, in der man sich mitten auf den größten Straßen Limas befindet und durch die Fenster die ganzen Abgase der Schrottkarren einatmen muss.
Um meinen Lungen eine Auszeit zu gönnen, werde ich heute Abend mit zwei Chicas Alemanas für vier Tage in die Cordillera Blanca fahren. Das ist die höchste Gebirgskette des amerikanischen Kontinents inklusive Gletschern auf Sechstausendern und vor allem: Frischluft. Die ist allerdings etwas dünn auf diesen Höhen, das heißt der Luftdruck ist geringer und somit auch der Sauerstoff-Partialdruck, was die Aufnahmemöglichkeit von Sauerstoff in den Blutkreislauf erschwert. Daraus entstehen kann Soroche, die sogenannte Höhenkrankheit, die Kopfschmerzen, Übelkeit, Atemnot, Schwindel und Appetitverlust mit sich bringen kann. Dagegen als Vorbeuger getrunken wird hier in Perú ein Tee aus den Blättern des Coca-Strauchs (diese enthalten übrigens bis zu 1% Kokain), was zur Verbesserung der Sauerstoffaufnahme, aber auch zur Verdrängung von Hunger-, Kälte- und Müdigkeitsgefühlen führt. Na dann Prost! Kauen kann man die Blätter allerdings auch… Also, wünscht mir Glück, dass mir Soroche erspart bleibt.
Auch wenn man im Allgemeinen annimmt, ich habe doch eh nichts zu tun hier, und sowieso mein Studium sei ja eh nur eine Lachnummer und man dürfte es eigentlich gar nicht Studium nennen, habe ich momentan echt extrem viel zu tun. Nicht nur die etlichen Aufgaben für die Uni nehmen meine Zeit in Anspruch (es geht ja schließlich schon auf das Semesterende am 09. Juli zu), sondern ich muss und will auch etwas für meine Agentur in München machen. Sogar hier will ich das Arbeiten nicht lassen, so bringt es natürlich auch ein bisschen Geld für die bevorstehende zweieinhalbmonatige Reise, bei der ich dann wirklich nichts (!) machen werde, außer Spaß haben, viel Tolles ansehen, die Sonne, die Landschaften, das Leben genießen und viele Photos machen. Aber wie schon gesagt, zur Zeit gleicht mein Leben nicht gerade dem eines Perezosos (auf Deutsch: Faultier). Momentan auf meiner Liste ganz oben für die Uni steht die Trabajo Final, eine Fotoreportage mit acht bis zehn Bildern, die ich über einen jungen, sympathischen, peruanischen Mode-Designer mache, der zudem noch ein guter Freund einer Mitbewohnerin von mir ist. Außerdem musste ich ein Interview mit einem peruanischen, freien Fotografen führen, das ich auf Video aufgenommen habe und nun umschneiden muss, um es für ein Referat vorzubereiten, dass ich in zwei Wochen auf Spanisch halten muss. Davor hab ich schon höllisch Angst! Zudem stehen noch Prácticas aus, die ich fertig machen muss, eine Porträt-Reihe und Photos von drei verschiedenen Sportarten, die würdig der Veröffentlichung im lokalen Sportteil der Zeitungen wären. Also allerhand zu machen!
Aber da man sich ja auch mal wieder was gönnen muss und ich auch endlich mal raus aus der Stadt muss, gibt es am langen Wochenende, das ich mir nehme, eine ausgiebige Wanderung durch die Cordillera Blanca, eine der schönsten Gebirgsregionen in ganz Südamerika.
Jetzt studiere ich schon stolze drei Monate im peruanischen Ausland und habe es immer noch nicht geschafft, euch meine Universität vorzustellen. Jetzt hol ich das mal nach: Meine Uni für dieses Semester, das übrigens am 10. Juli (in bisschen mehr als einem Monat) endet, heißt ausgeschrieben Pontificia Universidad Católica del Perú, abgekürzt PUCP, und bedeutet übersetzt (Achtung, jetzt kommt’s:) Päpstlich-Katholische Universität Perus. Im Endeffekt merke ich vom religiösen Hintergrund aber absolut gar nichts. Sie ist eine private Universität und mit knapp 17.000 Studierenden die größte Hochschule Südamerikas. Das Schönste an ihr ist der immergrüne, ständig bewässerte (man bedenke, dass es in Lima nicht wirklich oft regnet, außer El Niño schlägt zu), große Campus, der ummauert ist und nicht von Unbefugten betreten werden darf (es gibt sogar Kontrollen). Sobald man sich innerhalb des Areals befindet, glaubt man sich in einer anderen Welt, da es absolut gar nichts mit der direkten Umgebung gemeinsam hat. Die heimlichen Stars auf dem Campus sind die Rehe, die überall unbeeindruckt von den Menschenmassen herum wandern.
Ich studiere an der PUCP in der Facultad de Ciencias y Artes de la Comunicación (was wörtlich übersetzt ungefähr Fakultät der Kommunikations-wissenschaften und -künste heißt), obwohl der Studiengang Diseño Gráfico (Grafik-Design), der meinem Studium in München eigentlich am meisten ähnelt, in der Facultad de Arte (Kunst-Fakultät) zu finden ist. Da mir aber dort die Kurse nicht besonders gefallen haben, da alles zu sehr auf der zeichnerischen und malerischen Ebene aufgebaut ist, habe ich mich dazu entschieden, keine Kurse mit den kichernden 18-jährigen Kunst-Studentinnen zu belegen. In Perú beenden die Schüler ihre Schullaufbahn schon mit etwa 17 Jahren, was dazu führt, dass alle in meinem jetzigen Alter schon mehr oder weniger fertig mit der Uni sind.
Meine gewählten Kurse sind übrigens Fotografía Periodística (Zeitungsfotografie, Dokumentarfotografie) und Historia del Cine (Kino-Geschichte). Ich habe insgesamt acht Wochenstunden, die sich auf die Wochentage Dienstag, Mittwoch und Freitag verteilen, wozu aber noch die etlichen praktischen Arbeiten kommen, die bei einem Fotografie-Kurs zu machen sind. Und meine anfänglichen Sprachkenntnisse sind nicht zu überschätzen, weswegen ich mir nicht allzu viel antun wollte – was die beste Entscheidung war, denn ich bin hier auch mit zwei Kursen recht gut beschäftigt. Ergebnisse meines Foto-Kurses seht ihr unter der Kategorie geschossen, es werden bald noch mehr Beiträge folgen, damit ihr seht, dass ich wirklich nicht nichts mache hier. Ich glaube ich studiere hier mehr als in Deutschland. Und einen Beitrag zum Thema Kino-Geschichte wird auch bald erscheinen. Bis dahin: weiterhin gutes Studieren!
Die Photos sind jetzt nicht so der Hit, aber ihr kriegt auf jeden Fall einen Eindruck von meinem Uni-Leben.Liebe Peruanerinnen und Peruaner, ihr habt es doch teilweise eh nicht leicht mit eurer Wirtschaft. Gut, der Tourismus floriert, aber andere Sektoren haben zu kämpfen; wie beispielsweise die Landwirtschaft, die durch das Wetterphänomen “El Niño” immer mal wieder Rückschläge ernten muss – im wahrsten Sinne des Wortes. Warum macht ihr dann auch noch so dumme Sachen wie folgendes, das macht doch alles keinen Sinn?! Ihr macht euch und uns das Leben nur schwerer.
1. Wenn ihr einen Flug von Lima nach Iquitos anbietet, der mit Zwischenstopp Pucallpa oder Tarapoto ist, dann seid doch so nett und schreibt das auch auf das Ticket, dass ihr dem Fluggast in die Hand drückt. Der, wenn er nämlich nicht allzu oft in Perú in der Gegend rumfliegt, hat keine Ahnung davon und würde wohl ziemlich doof aus der Wäsche schauen, wenn im Flieger der Pilot zur Landung in Pucallpa oder Tarapoto ausruft. Er könnte sich gar vorkommen, als sei er im falschen Flugzeug.
2. Warum muss das denn sein? Ich will eine Band sehen, auf dem Ticket steht 22:00 Uhr Beginn. Nicht Einlass, sondern Beginn! Warum zum Teufel fängt das Konzert denn dann erst um 01:00 Uhr nachts an? Warum zur Hölle muss ich drei Stunden auf die Band warten und dann früher gehen, da ich zu müde geworden bin vom Rumstehen und Warten? Seid doch so lieb und schreibt entweder Beginn 01:00 Uhr oder Einlass 22:00 Uhr, dann hat man wenigstens die Chance, zur passenden Zeit zu kommen. Und wenn das Konzert gut ist, macht ihr auch so euren Umsatz!
3. Ja, ich weiß, ihr Peruaner könnt gar nichts dafür, dennoch muss ich mich beschweren. Eigentlich sind die Griechen und Spanier schuld, dass der Euro gerade purzelt und ich immer weniger Geld vom Automaten ziehen kann. 700 Soles ist sowieso das Maximum, Ende März waren das umgerechnet (inklusive Gebühren für’s Abheben im Ausland) nur unglaubliche 187,88 €, Ende April schon 190,13 € und heutzutage muss ich dafür schon 204,53 € hinblättern. Da wäre man mit Dollar besser dran. Auf jeden Fall darf ich nicht meckern, da ich ja will, dass es Perú gut geht, und der Nuevo Sol, die einheimische Währung, stagniert momentan mehr oder weniger – und das ist im Vergleich zu den inflationären Vorgängern Sol (bis 1985) und Inti (bis 1991) ein riesiger Erfolg.
Inca Kola gibt es hier an jeder Ecke zu kaufen, im Supermarkt in Drei-Liter-Flaschen, bei McDonald’s zum Menü, auf der Straße an den kleinen Ständen. Inca Kola ist in aller Munde. Aber nicht in todo el mundo. Das gelbe Zeug ist nur hier in Perú richtig berühmt, dort wo es vor 75 Jahren von einer englischen Auswanderer-Familie namens Lindley erfunden wurde. Und bis heute hält das nach Kaugummi schmeckende Getränk Platz 1 unter den sogenannten Gaseosas (kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke), noch vor Coca Cola. Aber eben nur dort, wo die Inkas früher auch zugegen waren. Die einzige Möglichkeit für die rote Weltmarke war nur noch der Erwerb einiger Firmenanteile der Lindley Corporation und der Namensrechte für den Rest der Welt, was ich sehr schade finde, denn man hätte der Großmarke ruhig Paroli bieten können. Aber anscheinend war der Deal dafür einfach zu gut.
Der genaue Marktanteil liegt zur Zeit bei 31 %, während die Coca Cola, die sonst fast überall auf der Welt den ersten Platz einnimmt, nur 26 % besitzt. Durch riesige Werbemaßnahmen hat die Coca-Cola-Company versucht, das goldene Getränk hinter sich zu lassen, was aber nicht einmal 1995 gelang, als sie sich auf nur einen Prozent-Punkt annäherten. Mit der Genehmigung, in peruanischen McDonald’s auch Inca Kola verkaufen zu können, vergrößerte sich der Abstand aber wieder zunehmends.
Das alles ist wirtschaftlich erwähnenswert, die Kola an sich ist aber meiner Meinung nach geschmacklich grauenhaft (ich bleibe selbst in Perú bei Coca Cola oder Pepsi). Hauptzutat der Inca Kola ist das Aroma des Zitronenstrauchs, insgesamt schmeckt sie aber eigentlich nur pappsüß – wie die Farbe schon vermuten lässt.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich gleich noch einen Eintrag zum Thema Verbesserung des Lebensstandards schreiben kann, aber was gestern alles passiert ist und mich genervt hat, muss ich jetzt aufschreiben, damit sich dadurch die Wirtschaft hoffentlich weiter verbessert. Wieder mal ein Wert zur Veranschaulichung: “Die Arbeitslosigkeit sank im Vergleich zum Vorjahr von 8,8% auf 8,6%.” Das sagt das Auswärtige Amt >> zur Lage 2009 in Perú.
1. Liebe Taxifahrer von Lima: Wenn ich ein Taxi brauche, dann heb ich meine Hand nicht mal zehn Zentimeter höher als normal und ihr haltet eh schon an. Warum hupt ihr dann also immer, sogar mitten in der Nacht, wenn ihr an mir vorbei fahrt? Glaubt ihr, ich schaffe es nicht, ein Taxi zu erkennen? Oder denkt ihr wirklich, wenn ihr euch durch’s Hupen bemerkbar macht, ändere ich meine Meinung und nehme doch ein Taxi? Hört bitte damit auf, das ist sinnlos und macht nur unnötigen Lärm. Danke!
2. Liebe Stadtplaner von Lima: In Miralores ist das ja alles schön und gut, man kennt sich aus und findet überall hin, gerade meine Wenigkeit, die als Orientierungsdepp bekannt ist, weiß die hellgrünen Straßenschilder an jeder Kreuzung zu schätzen. Doch was ist mit dem Zentrum Limas? Warum haben denn verdammt nochmal alle Straßen zwei Namen und wie soll man sich denn da zurecht finden? Bitte, entscheidet euch doch und schafft jeweils eine Bezeichnung ab! Danke!
3. Liebe Friseure von Lima: Warum feuchtet ihr die Haare erst an, schneidet sie dann und wascht sie schließlich zuletzt? Wäre es nicht viel einfacher, wenn man sie vorher waschen würde? Das wäre wassersparender und ginge schneller. Die Effizienz würde erheblich steigen. Aber anscheinend habt ihr alle Zeit der Welt, so verbringt man schon mal eine ganze Stunde auf eurem Stuhl (ja Mädls, normalerweise dauert das bei uns Typen nur halb so lang, auch wenn ihr’s nicht glaubt!). Also, bitte überdenkt die Chronologie eurer Tätigkeiten! Danke!
“Peru zählt zu den wenigen Staaten weltweit, die auch im Krisenjahr 2009 ein Wirtschaftswachstum verzeichnen konnten.” sagt die Homepage des Auswärtigen Amtes >>. Und damit das auch so bleibt und überhaupt sich das Bienestar hier ein bisschen verbessern kann, hier für alle Peruanerinnen und Peruaner ein paar Ratschläge vom Gringo:
1. Bitte, kauft euch, wenn ihr unbedingt im Combi telefonieren müsst oder sonstwo, wo es sehr laut ist, ein Klapp-Handy, sodass ihr nicht immer zwischen Ohr und Mund wechseln müsst, denn das sieht einfach nur dämlich aus!
2. Warum zum Teufel kann man große Bierflaschen nur kaufen, wenn man eine leere abgibt? Wie soll ich denn bitte dann überhaupt einmal meine allererste Bierflasche kaufen? Bitte überdenkt eure Pfandregeln! Das macht für einen ehemaligen Wal-Mart-Getränkemarkt-Mitarbeiter (vier Jahre Erfahrung!) absolut keinen Sinn! Ich bleib also erstmal bei Dosen.
3. Wenn ihr zur Mittagszeit eure Wiesen bewässert, dann verdunstet die Hälfte. Daher mein Tipp: Bitte, einfach nur um Wasser zu sparen, überflutet euren Rasen doch erst kurz vor Sonnenuntergang oder kurz nach Sonnenaufgang, sodass das Gras auch was davon hat!
Und ja, mir ist bewusst, dass ich das gerade auf Deutsch geschrieben habe und es wohl nur die wenigsten Peruaner verstehen werden, aber ich denke eh nicht, dass es was ändern würde. Ich wollte nur meine Ärgernis ausdrücken. Y continuará!
Positives: Mein Supermarkt hat 24/7 geöffnet | Dir wird dein Einkauf bis vor die die Tür getragen, wenn du willst | Es gibt in Peru auch schöne Strände | Der Pazifik ist nicht so brühwarm wie das Mittelmeer im Sommer, sondern schön erfrischend | Die Meeresfrüchte schmecken hier grandios und kosten wenig | Man könnte jeden Tag mit irgendjemandem feiern gehen | Die Taxis und Busse kosten hier nur einen Bruchteil von den deutschen Preisen | Ein halbes Hendl schmeckt hier genauso gut wie in Bayern | Dauernd und überall hier im Stadtteil wird sauber gemacht;
Negatives: Die Alarmanlagen mancher Autos gehen mitten in der Nacht los und werden nicht ausgestellt | Wenn man drei Sachen im Supermarkt kauft, kriegt man meist mehr als eine Plastiktüte | große Hitze => großer Durst => viel Wasser schleppen => noch mehr Durst => noch mehr Wasser schleppen => etc. pp. | Man muss dauernd die Straßenseiten wechseln wegen ständiger Bauarbeiten | Die Einschreibung für die Kurse an der Uni dauert knapp drei Stunden | Die Fitness-Studios sind hier auch nicht billig | Das Porto für eine Postkarte nach Deutschland kostet geschlagene € 1,50;
Ohne Wertung: Manche Taxifahrer machen das Kreuzzeichen, sobald sie an einer Kirche vorbei fahren | An meiner Uni studieren etwa 150 Austauschstudenten, gefühlte jeweils 30 % aus Frankreich und den Staaten, 20% aus Deutschland und der Rest vom Rest der Welt | Die verschenken hier das neue Testament – braucht es zufällig wer in Spanisch? | Man darf kein Gras betreten, kaufen kann man Gras aber an jeder Ecke (zumindest fragen sie einen immer, ob man Weed will);
Ich bin gut im “beschaulichen” Lima angekommen, es hat hier tagsüber so um die 25 bis 30 Grad und ab dem späten Vormittag eigentlich andauernd Sonne. Da kann das verschneite Deutschland leider nicht mithalten (siehe Photos: mein Jardín in Miraflores heute und mein Garten in Eggenfelden vor einer Woche). Aber keine Sorge, euch wird’s bald besser gehen als mir, hier geht gerade der Sommer zu Ende und bei euch beginnt bald der Frühling, also Kopf hoch. Lasst euch bis dahin mit schönen Fotos von mir berieseln.
Die ersten positiven Eindrücke: total viele, nette Leute | das Klima in Lima ist prima, wie es so schön heißt | exotische Früchte zu Spottpreisen | schöne “Kleinstadt” Miraflores in der Großstadt Lima | tolle Casa mit super netter Vermieterin | überall lateinamerikanische Musik (ach was!) | Cerveza “Cusqueña” schmeckt sehr lecker | Ein “Menu del día” in der Mensa kostet einen €uro inklusive Brot und Getränk | es wird viel getanzt | die vielen bunten Häuser | die Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit der Peruanos | es gibt Rehe und Bambis auf dem Campus (kein Witz!);
Die ersten negativen Eindrücke: man kann nur 500 Nuevo Soles (= 135 Euro) maximal mit der EC-Karte abheben | ca. 50 Minuten mit dem Combi zur Uni | verschmutzte Luft auf den Straßen | Eiskaffee schmeckt hier nicht, Kaffee ist teuer | ich versteh nur Spanisch | Sonnenbrand wegen Nachlässigkeit | Auf Lima’s Straßen wird gehupt, was das Zeug hält | Limeños reden noch schneller als meine Spanisch-Lehrerin;
Wenn man so hoch greifen will, kann man es wohl so nennen. Mich jedenfalls hat es einige schlaflose Stunden gekostet, die Homepage endlich als Blog aufzusetzen, sodass das Beiträge schreiben ab sofort viel einfacher und schneller vonstatten gehen kann. Für euch gibt es vorerst eigentlich keine große Erneuerung, alles bleibt so gut wie beim Alten. Die Frequenz der Beiträge könnte bloß in nächster Zeit in die Höhe schnellen (was nicht schwer ist nach einem halben Jahr Pause) und was ihr zusätzlich nutzen könnt sind die Schlagwörter am Ende eines Beitrags (verlinken zu Artikeln mit ähnlichem Inhalt). Außerdem erscheint nun auch das Datum, sodass ihr immer wisst, wie aktuell das Ganze ist.