Islas Galápagos: Auf den Spuren Charles Darwins

Galapagos

Isla Santa Cruz (30.-31. Juli): 0. Breitengrad Sued, 90. Laengengrad West: Die Galápagos-Inseln liegen weit vor der ecuadorianischen Kueste direkt auf dem Aequator, weswegen man vermuten koennte, dass das Wetter tropenheiss ist. Als wir am Flughafen auf der Isla Baltra angekommen sind, war es schoen warm, aber weder schwuel noch richtig heiss – eigentlich das perfekte Klima. Dann mussten wir mit einer Bus-Faehren-Kombination etwa zwei Stunden zur auf der Inseln Santa Cruz liegenden groessten Stadt des Archipels Puerto Ayora fahren, was eine komische Erfahrung war, da man meinte, man passiere mehrere Klima- und Vegetationszonen. Auf Baltra wirkte alles noch ein bisschen unwirklich, raue Steppenlandschaft, sehr flach, viele vulkanische Felsen herumliegend und unbelebt. Dann wurde es mediterran, kleine Baeume und Straeucher, viele in hellem Gruen und Strohfarben, manche davon abgestorben in hoelzernem Weiss dastehend, aber trotzdem noch freundlich. Die naechste “Zone” wuerde ich als Nebelwald bezeichnen. Es ging bergauf, Nebel umgab uns, es wurde viel kaelter und die Baeume waren von oben bis unten von Moos bedeckt, das Gruen wurde satter. Und schliesslich kamen wir in ein Gebiet voller tropischer Pflanzen, am vorherrschendsten die auffaelligen Bananenpalmen mit ihren riesigen Blaettern. In Puerto Ayora angekommen ueberkam uns eigentlich der Eindruck einer normalen, nicht besonders besonderen Stadt, jedoch mit einem etwas gechillterem Flair und mit vielen Gringos gesaettigt, weswegen auch an jeder Ecke Internet-Cafés, Restaurants, Drogerien, Hostels und Hotels zu finden sind.

Santa CruzAm zweiten Tag haben wir die Insel ein bisschen erkundet. Einerseits haben wir eine kleine Rad-Tour ins Hochland der Insel gemacht, wollten dort eigentlich eine Tortuga-Zucht anschauen, haben aber leider nicht hingefunden. Beim Zurueckfahren haben wir uns einen Lava-Tunnel angesehen, der vor etlichen Jahrhunderten bei der Entstehung der Inseln geformt wurde. Spaetnachmittags sind wir noch zum Tortuga Bay gegangen, der umrahmt wird von einem der weissesten Straende, die ich je gesehen habe. Ich hab mich kurz im eiseskalten Wasser abgefrischt, obwohl es total grau und bewoelkt war und sogar leicht genieselt hat. Aber bei dem klaren, tuerkisen Wasser konnte ich nicht widerstehen.

IsabelaIsla Isabela (01. August): Auf einer Tages-Tour, die eigentlich nicht besonders empfohlen wird, da man ewig lange mit dem Schiff hinfahren und wieder zurueckfahren muss und zu Tageszeiten die Inseln besucht, an denen die Tiere sich nicht in Vielzahl blicken lassen, haben wir heute die groesste Insel der Galápagos besucht. Da wir aber neben unserer Fuenf-Tages-Tour, die morgen beginnt, noch einen uebrigen Tag hatten, meinten wir, das waere eine gute Loesung, auch noch einen anderen Teil des Archipels kennen zu lernen. Und wir wurden nicht enttaeuscht: Vormittags war es zwar ein bisschen langweilig, irgendwie eine typische Touri-Tour. Erst haben wir uns ein ehemaliges Strafgefangenen-Lager der Amis angeschaut, dann eine kleine Schildkroeten-Zucht, um die Arten zu erhalten. Nach einem typischen Mittagessen (typisch bedeutet in Ecuador, Peru und Kolumbien: Reis, Banane (frittiert oder gebraten) oder Pommes, Fleisch oder Fisch und Salat, davor meistens eine Suppe mit allem moeglichen, was grad uebrig ist) haben wir eine kleine Wanderung auf vulkanischem Gestein gemacht, auf dem ganz viele Leguane zu Hause sind. Zu guter Letzt kam das Coolste: Schnorcheln in dem eiskalten Wasser durch eine etwa zwei Meter tiefe und breite Schlucht, auf deren Boden es von White Tip Sharks nur so wimmelte (ich weiss den deutschen Namen leider nicht). Jedenfalls war das etwas Angst einfloessend, obwohl uns bestaetigt wurde, dass die nicht angreifen. Bewegt haben sie sich jedenfalls, und da die Schlucht immer ebener wurde, musste man am Ende aufpassen, keinen zu beruehren. Der groesste Schock war aber erst, als ploetzlich aus heiterem Himmel ein Seehund ziemlich schnell von hinten unter uns durch gehuscht ist.

BaltraIsla Baltra (02. August): Unsere Fuenf-Tages-Tour startete auf der Insel, wo auch der Flughafen steht, auf dem wir angekommen sind. Danach ging es aber gleich weiter beziehungsweise wieder zurueck auf die Hauptinsel Santa Cruz, wo wir am Nord-Ufer den Bachas-Strand angeschaut haben – ein Traum! Strahlend blauer Himmel, weissester Strand, und tuerkises Wasser mit vielen bunten Fischen. Zudem hatte der Strand auch noch Geschichtliches zu bieten, mit dem ich euch aber jetzt nicht langweilen will, da man ja auf die Inseln vorwiegend faehrt, um schoene Landschaften und eine vielseitige Tierwelt erleben zu koennen.

PlazasIslas Plazas (03. August): Auf diesen zwei Inseln gibt es staendig scheissende Voegel und andauernd pissende Seeloewen, weswegen sich das ehemals schwarze Lava-Gestein in weisse Felsen verfaerbt hat. Die Vegetation auf den Mini-Inseln (etwa einen Quadratkilometer gross) besteht auch auf dem Boden wachsenden rot-gruenen Pflanzen, die je nach Salzgehalt des Wassers, dass sie zu sich nehmen, verschiedene Farben annehmen; ausserdem gab es etliche ziemlich grosse Kakteen, von denen sich die vielen Leguane der Inseln ernaehren.

Santa FeIsla Santa Fé (03. August): Nach zweistuendiger, wackeliger Bootsfahrt ging es auf diese kleine Insel, auf der eine Seeloewen-Kolonie zu Hause ist. Echt suess, wie die sich nebeneinander flacken, sich gegenseitig waermen, miteinander kaempfen, sich anmaulen, sich der Fliegen entschuetteln oder miteinader im Wasser spielen. Ausserdem findet man hier vor der Kueste eine kleine Bucht perfekt zum Schnorcheln, wo wir eine Riesen-Meeresschildkroete beim Rumhaengen im kalten Wasser bewundern konnten. Ausserdem gab es wieder ungefaehrliche Haie und bunte Fischleins zu sehen.

EspañolaIsla Española (04. August): Auf dieser Insel, die als die aelteste des Archipels gilt, gibt es Tausende von lustigen Voegeln. Albatrosse sind die groessten, die interessantesten jedoch sind die Blue Footed Boobies, deren Fuesse wie der Name schon sagt knallblau sind. Sie fuehren lustige Taenze auf, um das andere Geschlecht zu beeindrucken. Auch die Nazca Boobies, aehnlich lustig aussehend wie deren Verwandte, bloss mit orangenen Fuessen und etwas groesser, gibt es hier zu Hauf. Die obligatorischen Seeloewen und Leguane vermisst man hier auf der Insel ebenso wenig. Zwei ganz lustige Sachen: Die Albatrosse haben einen so genannten Flughafen auf der Insel, einen natuerlichen baumlosen Bereich, den sie zum Starten und Landen benutzen, da es schwer ist, ihre riesigen Koerper bei dem starken Wind, der hier immer herrscht, unter Kontrolle zu behalten. Und was noch witzig ist, dass die Boobies um ihre Nester scheissen, um ihr Revier zu markieren. Deswegen ist auch hier alles weiss geschissen.

FloreanaIsla Floreana (05. August): Das ist eine der fuenf bewohnten Inseln und unsere letzte Station. Angefangen haben wir den Tag im Post Office Bay, wo eine Tradition vor Jahrzehnten gestartet wurde, die ich eigentlich ganz nett finde: Man schreibt an sich selbst oder einen lieben Bekannten eine Postkarte, steckt sie in ein Fass und wartet, bis ein anderer Galapagos-Urlauber, der in der Naehe der geschriebenen Adresse wohnt, die Karte mitnimmt und sie im Heimatland an die adressierte Person persoenlich zustellt. Das soll Kontakt zwischen Gleichgesinnten herstellen und macht so mehreren Leuten gleichzeitig Freude. Danach ging es zur Punta Cormorant, einer Lagune, die zur Regenzeit eigentlich gesaeumt ist von gruenen Baeumen und hunderten von Flamingos, momentan aber eher wie ausgestorben ist – ein einziger solcher Vogel hat sich uns gezeigt. Hinterher gingen wir zu einem Strand, an dem im knietiefen Wasser zig Rochen angespuelt wurden; man musste aufpassen, auf keinen drauf zu steigen.

BarcoAllgemein war das einer der besten aber auch teuersten Trips meines Lebens. Fuer die sieben Tage auf der Insel inklusive Flug, 100$ Parkgebuehr und der Segel-Tour haben wir extrem viel Geld dort gelassen. Aber sowas macht man ja auch nur einmal im Leben. Auf dem Boot war es ziemlich cool, wir waren acht Leute (ein franzoesisches Paerchen aus Paris mit 22jaehriger Tochter, ein Deutscher aus Freiburg, ein Kalifornier und ein Israeli, sowie wie wir zwei, Anika und ich) und die Stimmung war echt ziemlich gut – wohl viel besser und persoenlicher, als es auf einem groesseren und luxurioeseren Schiff gewesen waere mit viel mehr Leuten. Die Crew war auch super nett, dabei waren ein Fuehrer, ein Kapitaen (der eigentlich nur geschlafen hat), ein Helfer (der eigentlich den Job des Kapitaens machte) und ein Koch (der ziemlich lecker und vor allem gesund und mit wenig Reis gekocht hat). Das einzig nervige war das extreme Geschaukel. Unter Deck ist einem da ziemlich schnell schlecht geworden, man musste sich eigentlich die meiste Zeit oben aufhalten, um nicht kotzen zu muessen. Oder sich hinlegen. Und alles ist ziemlich eng, ich teilte mir die drei Quadratmeter grosse Kabine mit dem Israeli. Fuer grosse Europaeer ist das schon schwieriger, sich auf dem Boot zurecht zu finden, als fuer kleine Ecuadorianer.

Erstellt am 6. August 2010 um 22:36 Uhr.

Die schoenste Stadt Suedamerikas

ColoradoCartagena (22., 26., 27. Juli): Cartagena de Indias, so der vollstaendige Name der Millionenstadt an Kolumbiens Karibik-Kueste, soll wie in der Ueberschrift erwaehnt das Juwel des Kontinents sein, so heisst es zumindest in vielen Quellen. Ich kann auf jeden Fall bestaetigen, dass die Altstadt alle bisher gesehenen suedamerikanischen Staedte uebertrifft, aber es fehlen ja beispielsweise noch so Highlights wie Cuenca und Quito in Ecuador, die sicher auch mit ihrer kolonialen Pracht bestechen werden.

CasasDie Altstadt besteht aus bunten, schoen hergerichteten Haeusern, kleinen Geschaeften, Cafés und Gaesschen, ueberall tummeln sich die Strassenverkaeufer, Blumenpracht haengt von den Balkonen und das Wetter ist ganzjaehrig zudem noch toll. Die Ciudad Antigua erinnert mich ein bisschen an einige suesse, kleine Staedtchen in Spanien, die ich letzten Sommer entdecken konnte – kein Wunder, entstand Cartagena ja auch im kolonialen Zeitalter durch die Spanier, die ihren Einfluss in die Architektur mit einbrachten. Sonntags ist die Stadt eher ausgestorben (kennt man auch aus Spanien), unter der Woche jedoch ist es nur noch ein buntes Getummel.

BanderaAuch die kleine Burg nicht weit vom Zentrum entfernt haben wir besucht, das Witzigste daran war die ueberdimensionierte kolumbische Flagge und ein unterirdisches Labyrinth von dunkeln Gaengen und Kammern. Zudem waren wir auf der Feria Artesanal, wo aber die ganzen Handwerkswaren ein Vielfaches der normal zu verhandelnden Preise gekostet haben, weswegen wir ohne Erfolg bald wieder von dannen gingen.

CocoIsla Barú (23.-24. Juli): Am so genannten Playa Blanca dieser Insel, auch von mir des Oefteren Paradies genannt, haben wir eine Nacht in der Haengematte geschlafen. Einfach nur traumhaft! Abends und morgens, wenn die Nachmittags-Kolonne der Touristen-Touren wieder abfaehrt, sind kaum Leute am Strand und man kann den Tag so richtig geniessen. Auch die Nacht war okay, nicht ganz so gemuetlich, aber auf jeden Fall von der Temperatur her perfekt und es ist einfach schoen, mit den Wellen im Ohr einzuschlafen. Morgens ist das Meer dann wieder extrem ruhig und tuerkis und vor allem eine super Erfrischung zum Fruehstueck.

PicadurasNach der Rueckkehr in die Stadt mit einem leider sehr grossen Schiff und sehr vielen Touristen stellte sich heraus, dass die Haengematte wohl voller Sandfloehe oder -fliegen war und ich ungefaehr unuebertrieben 500 Stiche an den Fuessen und Beinen hatte, die hoellisch juckten. Wenn man zusaetzlich noch einen Sonnenbrand hat, ist das Kratzen auch nicht besonders angenehm. So habe ich mir erstmal eine Juckreiz-mindernde Creme gekauft, die aber auch nur kurzfristig half. Aber ein Indianer kennt ja keinen Schmerz.

SchlammVolcán del Totumo (25. Juli): Zwischen Barranquilla und Cartagena, etwa auf halber Strecke, gibt es den Volcán del Totumo, einen etwa 15 Meter grossen Matsch-Vulkan, in dem es ein natuerliches Schlamm-Bad gibt, wo man sich fuer wenig Geld eine Art Hautbehandlung goennen kann – was gar nicht so verkehrt war, mit meinen vielen Muecken- oder Sonstwas-Stichen. Danach hat es zumindest nicht mehr sehr gejuckt. Auf jeden Fall fuehlt sich die ganze Sache ziemlich lustig an, man kann nicht weiter einsinken als bis etwa zur Brust, obwohl wohl noch lange kein Boden in Reichweite ist. Die Schwerkraft laesst es bloss nicht zu. Beim Rausgehen war es dann auch witzig, die Hosen sind uns beinahe runter gerutscht durch das Gewicht des Schlamms. Am Ende konnten wir uns dann in der nahe liegenden Lagune waschen, die jedoch auch nicht allzu sauber war, von daher freuten wir uns wie die Schnitzel auf Pool und Dusche gegen Abend.

Erstellt am 26. Juli 2010 um 22:28 Uhr.

Vielleicht mein neues Lieblingsland…

BaricharaBarichara (18. Juli): Den letzten Tag des lange dauernden Festes der Virgen del Carmen verbrachten wir im angeblich schoensten Doerflein des Landes. An jedem Hauseingang hingen gelb-rot-blaue Flaggen, die Sonne schien und die Leute dort waren extremst freundlich! Ich bin mit einem echt super positiven Eindruck zurueck nach San Gil gefahren, aber als schoenstes Dorf wuerde ich es nicht bezeichnen. Ich hab zwar nicht viele Doerfer hier gesehen, aber das was ich gesehen habe, naemlich Villa de Leyva, fand ich fast noch ein bisschen huebscher. Aber eigentlich lohnt es sich nicht um diesen Titel zu streiten…

TagangaTaganga (19. Juli): Endlich an Kolumbiens Karibik-Kueste angekommen! Vom regnerischen San Gil nahmen wir den Nachtbus Richtung Norden, wo wir um halb sieben Uhr morgens dann auch schliesslich angekommen sind. Etwa zwei Minuten, nachdem der Bus weiter Richtung Barranquilla geduest ist, bemerkte ich, dass ich meine in Lima neu gekaufte Jacke im Bus habe liegen lassen, sowie den Ueberzug meines Schlafsacks. Und was zu dumm ist: In der Jacke waren auch noch meine Einreise-Papiere (Zoll-Erklaerung usw.). Das heisst, ich muss mich darum jetzt auch noch kuemmern. Immer irgendein neuer Scheiss. Immer diese bloede Vergesslichkeit.

An der Atlantik-Kueste hatte es auch auf Anhieb gleich mal ueber 30 Grad, sodass wir gut schwitzen mussten, was uns aber richtig gluecklich machte nach der grauen Zeit in Lima und den verregneten Tagen in den bisher bereisten Teilen Kolumbiens. Unsere erste Station war Taganga, ein kleines Doerfchen, dass eigentlich nur vom Backpackertum lebt. Bekannt geworden ist es durch ein paar wunderschoene kleine Buchten, von denen wir uns die einsamste zum Baden ausgesucht haben und uns sogleich den ersten Sonnenbrand zuzogen. Die aequatornahe Sonne sollte man halt doch nicht unterschaetzen, vor allem nicht zur Mittagszeit.

Santa MartaSanta Marta (20. Juli): In Santa Marta, wo wir in einem Hostel mit eigenem kleinen Pool und einer Dachterasse uebernachteten, haben wir uns einen chilligen (kolumbianischen Nationalfeier-)Tag gemacht. Waehrend die Maedls wegen der Hitze schon um sieben Uhr aufgestanden sind, hab ich mich schoen bis neun Uhr ausgeschlafen, um die vorherige Nacht im Bus zu verdauen. Nach dem Fruehstueck an der Strandstrasse genossen wir Pool und Sonne. Irgendwann folgten auch noch Mittag- und Abendessen in anderen Restaurants derselben Strasse, bevor wir uns abends dann in einer ziemlich grossen und leeren Bar (weil Dienstag) aus Lust und Laune volllaufen liessen mit leckerem Bier und Mojitos. Die Party ging dann auch noch in der Hostel-Bar weiter.

TayronaTayrona (21. Juli): Das Highlight der Gegend, der Tayrona-Nationalpark, eine Mischung aus Urwald und karibischen Straenden, stand heute auf unserer Liste. Nach ewig langer Anfahrt mit dem langsamsten Jeep der Welt (etwa 20 km/h bergauf wenn’s hochkommt) mussten wir eine weitere Stunde einem matschigen Pfad im Tropenwald folgen, bis wir diesen langen, weissen Traumstrand erblickten, gesaeumt mit Palmen und anderem Gruenzeug, der Insel-Landschaft der Fernsehserie Lost nicht unaehnlich. Dort genossen wir das gut temperierte Wasser, einen frisch gepressten Orangensaft sowie einen kurz zuvor gefangenen frittierten Fisch. Da die Region ja geschuetzt ist, ist alles noch naturbelassen, das heisst es gibt keine entstellenden Gebaeude oder Strassen, die diesen tollen Eindruck verfaelschen wuerden. Da wir uns fast etwas zu lange an dem traumhaften Anblick ergoetzten und viel zu spaet den Rueckweg antraten, wir den Weg bei Affenhitze zurueckhetzen, um den Bus nach Santa Marta nicht zu verpassen.

Erstellt am 22. Juli 2010 um 00:13 Uhr.

Im Land der Shakira

BogotáBogotá (13.-15. Juli): Ich bin sehr gut in Bogotá angekommen, nach drei Stunden Flug und einer nicht allzu krassen Klimaveraenderung (es hat hier auch nur ca. 15 Grad, aber dafuer ist der Himmel nicht mehr durchgehend grau und die Luft etwas duenner und frischer, was auf 2.600 Metern Hoehe auch nicht verwundert). Die Stadt hat ungefaehr so viele Einwohner wie Lima, doch der Verkehr ist ein bisschen geregelter, sodass man hier schneller von einem Ort zum anderen kommt. Allgemein kommt mir die kolumbianische Hauptstadt ein bisschen moderner vor als die peruanische, die Leute sind schoener (auch angezogen), das Wetter ist besser, bloss das allgemeine Leben soll ein wenig gefaehrlicher sein, wovon ich bis jetzt aber noch nicht so viel merke. Was wohl auch gut so ist. Aber leider gibt es hier auch nicht so viel zu tun, nach eineinhalb Tagen hier haben wir schon alles gesehen, was fuer uns wichtig war. Deswegen geht es bald auch schon weiter Richtung Norden, wo wir einerseits in Villa de Leyva ein koloniales Staedtchen zu Gesicht bekommen, andererseits in San Gil ein paar Abenteuer erleben, wie zum Beispiel eine kleine Rafting-Tour.

Villa de LeyvaVilla de Leyva (15.-16. Juli): Wir mussten hier geschlagene zwei Stunden nach einem geeigneten, billigen Hostel suchen, da momentan in vielen Orten Kolumbiens gerade das Fest der Virgen del Carmen stattfindet und dadurch viele voll oder sehr teuer sind. Die Fiesta konnten wir leider nicht so geniessen, da es dauernd geregnet hat, aber das Doerflein an sich ist sehr huebsch und man fuehlt sich ein bisschen in der Zeit zurueck versetzt. Was ich am besten finde: Hier gibt es geniessbares Fleisch! In Peru hab ich das oftmals vermisst, aber hier gibt es an jeder zweiten Ecke ein Grill-Restaurant, bei dem man fett Fleisch schaufeln kann – was wir auch schon des Oefteren gemacht haben, da meine liebe Reisebegleiterin Anika auch von gutem Fleisch (bis auf Schwein) begeistert ist.

San GilSan Gil (16.-18. Juli): Angekommen in Kolumbiens Action-Stadt Nummer 1 – natuerlich mal wieder im Regen – haben wir auch schon ein schoenes kleines Hostel gefunden, dessen Besitzer uns mit einigen moeglichen Actividades versorgt hat. So waren wir Raften der Stufe 3 (die meiner Meinung nach durch die Regenfaelle mindestens einen halben Punkt nach oben gepuscht wurde), was sehr lustig war. Wir (andere junge Backpacker, sowie Anika und ich) haben das in unserem Boot super gemacht, das andere Boot (besetzt mit einem Paerchen, sowie einer italienischen Familie inklusive jungem Teenager) kenterte bei den schwierigsten Stromschnellen, weswegen wir erstmal eine Rettungsaktion starten mussten. Gut dass es nicht geregnet hat und es ziemlich warm war, denn wir warem an Ende ziemlich klitschnass.

Erstellt am 17. Juli 2010 um 18:51 Uhr.

Vorübergehend obdachlos!

ReiseIch verlasse heute mein schönes kleines Zimmer im Inkawasi-Apartment Nummer 447, Calle Schell 644, Miraflores, 18-Lima, Peru, um mich auf eine zweieinhalb-monatige Südamerika-Reise durch Peru, Ecuador, Kolumbien und Bolivien zu begeben. Falls ihr Kontakt zu mir aufnehmen wollt, das geht weiterhin wie schon immer im Facebook (peffan brown), unter meiner eMail-Adresse stephan@peffan.com oder über meine peruanische Handy-Nummer +51 992 095 658. Meine deutsche Nummer 01 76 – 61 53 21 66 ist erstmal nicht erreichbar, ich glaube ich hab meine SIM-Karte geschrottet. Gut, dass es nur ein O2o-Vertrag ohne monatlicher Grundgebühr war. Ab 27. Septmeber 2010 bin ich wieder im beschaulichen Deutschland, erstmal wahrscheinlich kurz in Eggenfelden und dann ab 01. Oktober in München, ist ja schließlich die Wiesn und dann geht ja auch noch leider das neue Semester los!

Erstellt am 13. Juli 2010 um 14:15 Uhr.

COL + ECU + PER + BOL + CHI

ColEcuPerBolChiDie grobe Reiseplanung steht endlich! Los geht’s am Dienstag (13. Juli 2010) mit einem Flugzeug von Lima nach Bogotá. Von dort aus reisen wir nördlich über San Gil (Action-Hauptstadt Kolumbiens) und Villa de Leyva (kolonialer Ort) nach Santa Marta (Nationalpark Tayrona) und Cartagena (angeblich schönste Stadt des Kontinents) an die karibische Küste, wo es erstmal eine Dröhnung weißer Strand, gelbe Sonne und türkises Meer auf uns wartet. Weiter geht’s nach Medellín, früher bekannt als die Drogen-Hochburg des Landes. Danach fliegen wir am 29. Juli 2010 nach Quito, Ecuadors Hauptstadt, von wo aus wir einige Touren starten wollen, sei es nach Otavalo zu Südamerikas größtem Handwerksmark, den Quilatoa-Loop, einer der schönsten Road-Trips des Landes inklusive Lagunen-Umwanderung, zum Cotopaxi, dem schönsten Vulkan dort, oder nach Baños, wo man sich an heißen Quellen und an einem schönen Wasserfall ergötzen kann. Wenn wir in Guayaquil ankommen, starten wir wahrscheinlich einen Kurztrip auf die Galapagos-Inseln, da wenn man schon mal in dieser Ecke ist, darf das – wenn auch sehr teuer – nicht fehlen! Wenn die Zeit reicht kommt danach noch ein Abstecher nach Montañita dazu, einem kleinen Hippie-Strandort am Pazifik, der für seine tolle und chillige Atmosphäre berühmt ist. Der obligatorische Halt in Cuenca, einer der schönsten Kolonialstädte Lateinamerikas in den Bergen (in der ich übrigens auch hätte studieren können), wird dann wohl folgen, bevor es uns ins nördliche Peru verschlägt, wo dann Ziele wie Máncora (Strand), Kuélap (das nicht ganz so touristische Pendant zu Machu Picchu), Trujillo und Chiclayo (in beiden weitere berühmte Ruinen und beide am Meer) auf unserer Liste stehen. Am 28. August 2010 muss ich dann spätestens wieder in Lima sein, weil ich dann endlich Besuch kriege!

Mit Andrea will ich dann in den Süden Perus starten, der Flug nach Cusco ist am 29. August 2010. Von dort aus erkundschaften wir das Heilige Tal mit seinen großartigen Hinterlassenschaften der Inka mit dem Highlight Machu Picchu. Hinterher fahren wir an den Titicaca-See, um dort die Stadt Puno, die Isla Taquile und die Isla del Sol in Bolivien zu besichtigen, außerdem die kleine Stadt mit dem schönen Namen Copacabana. Danach geht’s in die bolivianische Hauptstadt La Paz, von wo aus wir eine kleine Bolivien-Tour nach Sucre, vielleicht Potosí und ganz sicher in die Salar de Uyuni (Salzwüste) starten. Nach einem Abstecher nach Nordchile an den Strand in Arica wollen wir über Tacna nach Arequipa fahren, wo es die tiefsten Canyons der Welt, eine wunderschöne Altstadt und den Berg Misti zu entdecken gibt. Schließlich geht’s über Cusco zurück nach Lima, wo noch eine kleine Stadtführung von mir auf Andi wartet. Zu Allerletzt kommt dann die Rückreise ins zu dieser Zeit von der Wiesn besessene München.

Erstellt am 10. Juli 2010 um 19:55 Uhr.

Like bricks in the wall I wanna see them fall down!

Darling, I hate to see you so angry with the world!
If people want a piece of you,
Then they’re missing something for themselves.
Maybe it’s selfish of me to look at you and say:
“Come back to me girl I love and I’ll stay!”.

Cause I love your smile!
Yes, I love your smile!
How I love your smile!
More than you know…

Sometimes I might seem cold holding back my sympathies.
For people stories and people tell can so easily be believed.
The truth gets so distorted when everyone knows best,
And sadness tends to find his friends on the road to righteousness.
Darling, let’s never be a part of that!

Cause I love your smile!
I love your smile!
Girl,I love your smile!
More than you know…

I don’t know why a laugh is hard to find?
Could it be all of our fears that we hide behind?
Like bricks in the wall I wanna see them fall down!

Cause I love your smile!
Yes, I love your smile!
Girl, I love your smile!
More than you know…

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Erstellt am 3. Juli 2010 um 01:15 Uhr.

¡Ya quítate la ropa!

Was soviel heißt wie: “Mach dich nackig!”. Den Titel hab ich aus zwei Gründen gewählt. Einerseits wegen des Strippers, den die Inkawasi-Mädls für eine der ihren zum Abschied aus Peru bestellt haben, anderseits wegen des Liedes Verano Azul von Juan Magan, das gestern ziemlich oft auf der Abschiedsparty lief. Den Verano Azul = Blauer Sommer wünsche ich mir auch ganz dringend, da es weiterhin nur grau in grau ist in Lima. Aber wahrscheinlich geht es in etwas mehr als einer Woche nach Colombia, zu den glücklichsten Menschen der Welt.

Erstellt am 2. Juli 2010 um 18:20 Uhr.

Frank Schätzing: Limit (09/10)

Ich habe es endlich und leider geschafft! Über 1.300 Seiten spannende Action und wissenschaftliche Beschreibungen. Über 1.300 Seiten, verbracht in Berlin, Shanghai, London, Vancouver, Lima, auf einer Insel direkt am Äquator in Ecuador, im Weltraum, auf dem Mond. Über 1.300 mit Owen Jericho und Julian Orley. Zu viel, zu wenig, genau richtig? Ich kann es nicht sagen.

LimitLimit hat echt Spaß gemacht zu lesen, doch leider musste ich damit auch ans Limit gehen. So baut sich die Handlung erst schleppend auf, da man erstmal über zwanzig Charakterzeichnungen lesen muss. Natürlich ist das auch interessant, da Frank Schätzing gekonnt schreibt und immer mal wieder kleine Gags und zum Nachdenken anregende Anekdoten mit rein bringt. Doch irgendwas war faul an der ganzen Sache. Das Buch ist von Anfang an gespaltet in zwei Haupthandlungen. Nachdem man mit dem ersten Teil der einen Handlung fertig war, fing man wieder von vorne an, und zwar mit dem ersten Teil der zweiten Handlung. Und danach musste man dann wieder umswitchen und sich in Erinnerung holen, wo die erste Handlung verblieben ist. Und so geht das hunderte von Seiten weiter, bis sich endlich einmal alles überkreuzt und man zwischen den verschiedenen Schauplätzen hin und her geschmissen wird. Das alles macht das Lesen nicht leicht, doch man nimmt es auf sich, da beide Handlungen einfach grandios und spannend und intelligent sind. Aber die Vereinigung der beiden Stränge glückte nicht so gut wie in Der Schwarm, der mich erst auf Schätzung und seine tolle Erzählweise aufmerksam machte.

Alles in allem ist das aber auch wirklich der einzige Negativpunkt, den ich benennen kann. Etwas aprupt geht alles am Schluss vor sich, was vielleicht mit Absicht so geschrieben wurde, da sich zuvor tausend spannende Sachen überschlagen. Aber dass es mir so vorkam, als gehe es so rasch dem Ende zu, heißt für mich: Kurzweiligkeit. Am Ende wollte ich nicht, dass es zu Ende ist. Und schlussendlich freue ich mich umso mehr auf seinen nächsten Schmöker und die Verfilmung zu seinem berühmtesten Buch Der Schwarm, die gerade in der Mache ist.

Erstellt am 1. Juli 2010 um 09:09 Uhr.

La última vez: ¡El Perú avanza!

So liebe Peruanerinnen und Peruaner, ich habe nochmal ein paar Verbesserungsvorschläge für euch, damit sich der Lebensstandard hier in diesem schönen Land weiter erhöht. Sobald ihr diese Sachen geändert habt, können wir auch das nächste Ziel erreichen: Der Einzug in die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014. Denn das ist euch als momentan schlechteste Nationalmannschaft Südamerikas seit 1982 und insgesamt auch nur vier Mal geglückt. Bis dahin müsst ihr wohl mit anderen südamerikanischen Mannschaften zum Mitfiebern vorlieb nehmen, wozu ihr momentan mit vier Teams des Kontinents in den Viertelfinales viele Möglichkeiten habt.

Picante de Cuy1. Wieso kriegt man so oft kein Messer? Vor allem scheint das in den Andenregionen der Fall zu sein. Mann bestellt zum Beispiel Picante de Cuy (Meerschweinchen), das meist mit Kartoffeln serviert wird, und bekommt höchstens eine Gabel. Okay, in diesem Fall braucht man für das Fleisch verständlicherweise weder Messer noch Gabel, eher eine Lupe um nach essbarem Fleisch an den kleinen Tierchen zu suchen. Aber die Kartoffeln beispielsweise müsste man schneiden. Und den verbliebenen Rest möchte ich mir eigentlich nicht mit den Fingern auf die Gabel schieben, sondern mit einem Messer. Also bitte, ihr müsst ja nicht wie im Nobel-Restaurant aufdecken, aber ist ein Cuchillo denn zuviel verlangt?

LarcoMar2. Wenn man ins LarcoMar, ein Einkaufszentrum in Miraflores, das sehr aufwändig in die Steilküste der Costa Verde am Pazifik konstruiert wurde, geht, dann erwartet man ja schon etwas mehr Service und Komfort, als wenn man zum Beispiel in den Polvos Azules shoppt (das ist ein Markt in Lima, in dem es professionell kopierte CDs für weniger als einen Euro und DVDs für 50 Cent gibt, sowie gefälschte Kleidung und Schuhe jeder Art). Aber dass wir zu zweit in ein Geschäft marschieren, Samstag Nachmittag, zu welcher Zeit es in Deutschland am ehesten von Kundschaft nur so wuselt, und sich dann mit neun (!) Angestellten alleine in der Tienda befindet, kommt man sich schon etwas komisch vor und fragt sich, was die denn den ganzen Tag zu tun haben und vor allem wie wenig die verdienen müssen, damit sich der Laden lohnt? Ich möchte euch jetzt nicht dazu veranlassen, Leute zu feuern, aber manchmal ist das wohl der einzige Weg, um sich zu verbessern? Man muss manchmal einen Schritt rückwärts gehen, um zu sehen, dass man auf dem falschen Pfad gegangen ist.

Playa3. Und jetzt noch etwas, das mich in meinem Unterbewusstsein mehr gestört hat, als ich es erahnen konnte. Am Anfang fand ich es noch recht witzig, dass überall an der Straßenseite Schilder mit dem Wort Playa (Strand) und einem Pfeil stehen, die, wie sich nach ein paar Tagen der Verwirrung am Anfang meines Peru-Aufenthalts herausstellte auf Playas de Estacionamiento (Parkplätze) verweisen. Nach und nach wurde mir aber immer bewusster, dass man jedes Mal an Strand, Sonne, Meer und Wärme erinnert wird, wenn man an einem solchen Schild vorbei geht, was einen in der momentanen (ich nenne es mal) Grauslichkeit der nicht zu durchbrechenden Wolkendecke ziemlich traurig stimmt. Da hilft dann bloß dran denken, dass man ja sowieso nur noch zwei Wochen hier verbleiben muss und dann endlich reisen darf; hoffentlich auch an kolumbianische Karibikstrände. Aber zurück zum Thema: Bitte stellt neue Schilder auf, auf denen nur Estacionamiento oder Aparcamiento steht, um diesen unterbewussten Trübsinn zu vermeiden. Danke!

Erstellt am 1. Juli 2010 um 00:10 Uhr.

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